8 ı2. Österreichisch-ungarische Kartelle,

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Dieses Kartell trachtete die Überschreitung des Kontingents in
der Weise hintanzuhalten, daß den exportberechtigten Fabriken
Prämien bis zu 4 Kronen gesichert wurden, die aus dem Beitragsfonds
 sämtlicher kartellierter Fabriken geleistet wurden.
Die nicht kartellierten sechs Fabriken produzierten insgesamt
180000 Meterzentner.
Ende April 1901 löste sich das Kartell infolge der unerwarteten
 Steigerung der galizischen Rohölproduktion und der
Gründung neuer Fabriken auf. Der Preis des Petroleums, der
früher zwischen 35—45 Kronen schwankte, sank bis April 1902
— also während eines Jahres — auf 30 Kronen, der jedoch auf
die Nachricht eines neuen Kartellabschlusses plötzlich wieder stieg.
Das Scheitern der Verhandlung hatte sodann einen neuen Preissturz
 zur Folge.
Am ı. November 1903 kam schließlich das Kartell der österreichischen
 und ungarischen Raffinerien zustande, an welchem
32 größere und 62 kleinere Fabriken partizipierten. Dieses Kartell
ist ein produktionskontingentierendes und preisfixierendes Kartell,
insofern die Plenarversammlung der Kartellmitglieder die Quantität
und den Preis des der Besteuerung unterliegenden Petroleums
monatlich feststellt (liberiert). Gleichzeitig traf das Kartell mit
der am 13. Juli 1903 in Österreich gebildeten Aktiengesellschaft
„Petrolea“ bezüglich der Beschaffung von Rohmaterial eine
für seine Mitglieder bindende Vereinbarung.
Die Petrolea vereinigt 85°, der- galizischen Rohölproduktion
und wurde gegründet, um den Preis des Rohöls durch Einlagerung
 der Vorräte vor großen Preisverlusten zu bewahren.
Die Raffineure hatten nämlich besonders nach Auflösung des
Kartells den Preis des Rohöls — das große Angebot ausnutzend
— herabgedrückt, um ihren bisherigen Gewinn aufrecht zu erhalten.
 So fiel der Preis des, Rohöls, der im Jahre 1901 auf
7 Kronen stieg, im Jahre 1902 bereits auf 1,30 Kronen.
Die Petrolea setzte nun einen Preis von 4 Kronen als
Minimalgrenze der inländischen Verwertung fest und war, wie das
Jahr 1903 bewies, tatsächlich imstande, die Überproduktion dieses
Jahres einzulagern.
Das Kartell der Raffineure schloß mit der Petrolea einen
Vertrag ab, laut welchem sich der Preis des Rohöls nach einer
im voraus festgesetzten Skala dem Preise «des raffinierten Öls