8 ı2. Österreichisch-ungarische Kartelle.

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Hungariafabrik, welche 1892—1898 noch keine Dividende zahlen
konnte, seitdem ständig 6%, und konnte auch ihre Reserve erhöhen.
 Der Kurs ihrer Aktien (der erst seit vier Jahren notiert
wird) ist in dieser Zeit von 205 auf 290 Kronen gestiegen.
Das Sodakartell.
Auf dem Gebiete der Sodaindustrie waren bis zum Jahre 1882
in Ungarn eine Fabrik (Erste ungarische Sodafabrik, Fritz Müller
&amp; Co., Nagy-Bocskö), in Österreich drei Fabriken tätig.
Im Jahre 1883 wurden zwei neue, der modernen technischen
Entwicklung entsprechende, vollkommen eingerichtete Fabriketablissements
 gegründet, und zwar in Szczakowa und in
Ebensee. Die erstere ist auf eine Jahresproduktion von 800
bis 900, die letztere von 1000 Waggons eingerichtet. Beide sind
Ammoniak-Sodafabriken nach dem System Solvay, während die
früheren das Leblanc-System befolgten. Die alten Fabriken
suchten ihre Position im Konkurrenzkampfe durch Herabdrücken
der Preise zu behaupten, doch konnten die beiden neuen Unternehmungen
 ihre Ware infolge des vollkommenen Systems um so
viel billiger offerieren, daß die alten Fabriken an den Rand des
Ruins gebracht wurden und die Fabrik in Bocskö die Soda-Fabrikation
 gänzlich einstellte.
Die Überproduktion wurde in einem im Mai 1888 abgeschlossenen
 Kartellübereinkommen geregelt, demzufolge eine
Zentralverkaufsstelle kreiert und der Betrieb reduziert wurde.
Das Kartell, welches das Hauptgewicht darauf legte, daß die
Fabrikation der interessierten Etablissements mit dem inländischen
Konsum in Einklang gebracht werde, hat zur verhältnismäßigen
 Aufteilung der einlangenden Bestellungen ein Verkaufsbureau
 etabliert, was Ersparungen bei den Frachtspesen ergab.
Das Zentralverkaufsbureau befindet sich in Wien; dasselbe übernimmt
 sämtliche Bestellungen und teilt sie bei Berücksichtigung
der erwähnten Gesichtspunkte im Verhältnis ihres Kontingents
unter den Fabriken auf.
Die durch das Kartell konsolidierte Geschäftslage machte die
Errichtung der Ammoniak-Sodafabrik in Marosväsärhely möglich,
 auf welche sich das Kartell auf Wunsch der ungarischen
Regierung zur Wahrung der Parität ebenfalls erstreckte. Mittlerweile
 begann jedoch mit Unterstützung der bosnischen Landes-Baumgarten-Meszleny.
