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II. Kapitel. Die Kartell- und Trustbewegung.

Da die Preise stetig fallen, wird der Gewinn des Kartells
nur durch die Ersparungen der billigeren Produktion und in
Transportspesen gesichert.
Die „Erste Pester Spodiumfabrik“ zahlte vor dem ersten
Kartell (1898) 5%, seitdem 8-—10°%, Dividende.

Das Kohlensäurekartell.

In den Kreis der chemischen Industrie gehört auch das
Kohlensäurekartell. Der Import aus Ungarn nach Österreich
 und Bosnien und aus Österreich nach Ungarn ist bei demselben
 ausgeschlossen, wofür das ungarische Kartell das österreichische
 entschädigt. Das Zentralorgan des ungarischen Kartells
 ist der „Verband der Ungarischen Kohlensäureindustriegesellschaften“,
 welcher den Verkauf der Kohlensäure
 besorgt und die Lieferung unter den einzelnen Fabriken
aufteilt. Die Mitglieder des Verbandes sind verpflichtet, die
Kohlensäure im Verhältnis ihrer Beteiligung in Behältern einzuliefern
 und diese dem Verbande zur Benützung leihweise zu
überlassen.

$ ı3. Kartelle in Ungarn.
Das Spirituskartell und dessen Auflösung.
Dieses Kartell kam im November 1899 zustande und trat
mit Zustimmung sämtlicher bedeutenderen ungarischen Spiritusfabrikanten
 am ı. Februar 1900 ins Leben. Die Hauptursache,
die zur Bildung des Kartells führte, war die neue Kontingentierung
 der Spiritusproduktion, welche laut G.-A, XXII v.J. 1899
beträgt für

industrielle Spiritusfabriken . . . . . 338,956 HL
Jandwirtschaftliche Spiritusfabriken . . 460,103
neugegründete landwirtschaftliche Spiritusbrennereien
 . . . » 1.0 + 53,941 »
zusammen 857,000

Den Ausfall in der Spiritusproduktion wollten die Spiritusindustriellen
 .durch Abschluß eines Kartells ausgleichen. Der
Kartellvertrag vom Jahre 1900 wurde am 17. Februar 1902 mit