$ 14. Kartelle in Österreich,

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die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der früheren Fabriken, infolgedessen
 der Portlandzementpreis, der 1898 500 Kr. betrug,
im Sommer 1900 auf 350 Kr. fiel Das Organ des Kartells ist
der Verband österreichischer Portlandzementfabriken,
dem sich 20 Fabriken mit einer Produktion von 65000 Waggons
Portlandzement anschlossen. Das Zentralorgan ist ein Aufsichtsrat,
 der aus den Vertretern der bedeutendsten Fabriken besteht.
Der Verkauf erfolgt im gemeinsamen Betrieb und die Lieferung
wird unter den Fabriken in dem Sinne geteilt, daß stets die dem
Bestellungsort zunächst gelegene Fabrik die Lieferung besorgt.
Im Jahre 1900 entstand das Wiener Ziegelkartell, welchem
 sich im Jahre 1905 mehrere neue Fabriken anschlossen.
Den Kommissionsverkauf besorgt die „Wienerberger Ziegelfabriksund
 Baugesellschaft“.
Von geringerer Bedeutung sind, wenn auch immer mehr zu
engerer Kartellorganisation hinneigend, die Emailgefäß-, Asbest-,
Zellulose-, Kaolin-, Porzellan-, Holzmaterial- und Papierkartelle,
Zu erwähnen ist das Kartell der Wiener und Brünner Bierbrauereien,
 der Gablonzer Glasfabriken, Flaschen-, Stearin- und
Porzellanfabriken etc. Neuere Gestaltungen sind: das Margarinekartell,
 in welchem sich die vier größten Wiener Margarinefabriken
 vereinigten, und der Verband der Vigogne- Spinner
Österreichs, welcher gleichmäßige Zahlungs- und Lieferungsbedingungen
 bestimmt.
Das Kartell der böhmischen Braunkohlenproduzenten — eine
Versandkonvention — wurde am ı. Juli 1903 auf ein Jahr geschlossen,
 aber nach seinem Ablauf nicht erneuert. Während
also in Deutschland die Kohlenindustrie die mächtigste Kartellentwicklung
 aufweisen kann, ist sowohl in Österreich wie auch
in Ungarn ein straffes organisiertes Syndikat nicht zustande ge
kommen.
Das Zündwarenkartell wurde am ı. Juni 1903 durch die
Vereinigung der sechs größten österreichischen Fabriken. begründet.
 Diese Fabriken produzieren 80 Milliarden Zündhölzer,
repräsentieren also 70%, der Gesamtproduktion, Anfangs war
die österreichische Länderbank die gemeinsame Verkaufsstelle,
aber. man hegt die Absicht, nach Einbeziehung einiger
ungarischen Fabriken diese sechs österreichischen Fabriken
zu einer Aktiengesellschaft zu vereinigen, welche bei gemein-