168 III. Kapitel. Die Kartell- und Trustbewegung,

Bericht des Commissioner of Corporations!) konstatiert (S. 39).
Bezüglich der Herrschaft des Trusts über den Markt geht aus
den statistischen Daten hervor, daß von den im Jahre 1903 geschlachteten
 12500000 Stück die genannten sechs Gesellschaften
5500000, also beiläufig 45%, schlachteten. Trotzdem übt der
Trust eine dieses Verhältnis noch bedeutend überragende Herrschaft
 über den Markt aus, weil von der in den mittelamerikanischen
 großen Zentren geschlachteten Quantität 98%, auf ihn
entfallen und er 70—90%, des Fleischbedarfes der Großstädte
(New-York, Philadelphia, Boston usw.) liefert.
Seine eigentlichen Konkurrenten entstehen hauptsächlich in
den kleineren lokalen Fleischhauereien, und dieselben waren, wie
es sich beim Streik im Jahre 1904 herausstellte, imstande, unter
außerordentlichen Umständen bei der reduzierten Lieferungsfähigkeit
 des Trusts den Markt zu versorgen.
Die Macht des Trusts kommt den Tierzüchtern gegenüber
zur Geltung, denen gegenüber er als Einkaufskartell die Preise
reguliert, er kommt aber auch als Verkaufskartell den Detailhändlern
 gegenüber zur Geltung, die bei Strafe des Boykotts
gezwungen sind, sich an seine Preisfeststellungen und Bedingungen
zu halten. .
Nach der vor dem Commissioner of Corporations gemachten
Äußerung E. F. Swifts wurden im Jahre 1903 von dem Gewinne
von 3 Millionen Dollar 1750000 Dollar Dividende, im Jahre
1904 von dem Gewinne von 3800000 Dollar 21ı00000 Dollar
als Dividende gezahlt, was einer Dividende von 6—8°/, entspricht,
außerdem wurde ein bedeutendes Plus erübrigt und dem beträchtlichen
 Reservefonds einverleibt.?)
Infolge des Streiks im Jahre 1904 und der gegen den Trust
erhobenen zahlreichen Anklagen wendete sich die öffentliche

‘) Report of the Commissioner of Corporations on the Beef Industry, March 3 1905,
?) S. Report S, 297. Der Report gelangt übrigens bezüglich des Gewinnes
zu der Konklusion (S. 267), daß die Preise keine maßlosen genannt werden können,
und daß der Nutzen der „packers“ im Vergleiche zum riesigen Umsatz und im Verhältnisse
 zur Zahl der geschlachteten Tiere und der Quantität des Fleisches ein geringer
ist, aber infolge großer Betriebsersparnisse und Ausnützung der Nebenproduktionen
erhöht wird. „Infolgedessen erhält der Konsument die Ware billiger, als wenn das
Geschäft auch weiter in Händen der lokalen, kleinen Fleischbänke geblieben wäre,
Die Ersparnis, welche diese großen Packers beiden Betriebskosten und Verwertung
der Nebenprodukte erreichen, ist im Vergleich zu den alten Schlachtbrücken viel
größer, als der Nutzen, den sie sich erwerben.“