180 III. Kapitel. Die Kartell- und Trustbewegung,

Mitgliedern zuweist, deren prozentuale Anteilnahme verkürzt erscheint.
 Auf diese Weise ist die Konkurrenz ausgeschlossen und
die Gesellschaften können die jeweiligen Transportprämien jederzeit
 einheitlich regulieren. ;
Die Wirksamkeit der International Mercantile Marine
Company erregte in England wie auch in Amerika große
Antipathien. AKEinerseits lehnte sich die öffentliche Meinung in
England dagegen auf, daß englische Linien in amerikanischen
Besitz gelangen, andererseits aber hielten auch die finanziellen
Kreise die für die englischen Gesellschaften gezahlten Summen
für einen so hohen Preis, daß sie an der Rentabilität des Unternehmens
 zweifelten. So bezahlte z. B. der Trust für die Aktien
der Leyland Linie mit einem Nominalwert von 1800000 Pfund,
2347000 Pfund in bar.
Dem gegenüber hielt es England für nötig, die Cunard-Gesellschaft
 zu stärken und zu subventionieren. Die Subvention
wurde von der englischen Regierung wesentlich erhöht und, um
das englische Unternehmen gegenüber der stets mehr erstarkenden
kontinentalen Konkurrenz zu festigen, gewährte sie der Cunard-Linie
 ein zinsenfreies Darlehen von mehreren Millionen zu dem
Zwecke, zwei neue Dampfer mit dem neuesten Turbinensystem
zu erbauen, deren Bestimmung es wäre, hinsichtlich der Größe,
Fahrgeschwindigkeit und inneren Einrichtung die gegenwärtig
im Verkehr befindlichen Dampfer allesamt zu überflügeln und
damit das stark anschwellende Prestige der deutschen Unternehmungen
 zu schwächen.

Beim Eintritt der amerikanischen Krise erlitten auch die
Aktien des neuen Trusts einen Kursverlust. Die Prioritätsaktien
wurden mit 75 Dollar, die Stammaktien mit 25 Dollar eingeführt,
 fielen jedoch im Juli 1903 auf 9, resp. auf 41/2 Dollar; das
Mißtrauen offenbart sich am besten darin, daß die 41/;prozentigen
Obligationen auf 75 fielen.
Die freie und unabhängige Konkurrenz der außerhalb der
Trusts und Pools stehenden Cunard-Gesellschaft schädigte in
immer empfindlicherer Weise die Interessen der alliierten Schifffahrtsgesellschaften,
 weil das auf seine Hegemonie zur See eifersüchtig
 wachende England die Cunard-Gesellschaft in ihrem
Konkurrenzkampfe gegen die vereinigten Schiffahrtsgesellschaften