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IV. Kapitel. Wirkungen der Kartelle und Trusts,

größeren Kapitalbesitz, bessere Maschinen, vielseitigere Kenntnisse,
Beherrschung und Überblick der Marktverhältnisse erheischt.
All das ist höchst erfreulich und solche Fusionen sind beneidenswerte
 Symptome einer entwicklungsfähigen und im Fortschritt
begriffenen Industrie. Anders z. B. in Ungarn, wo die schwächliche
 und vom Staat zu Tode protegierte Industrie eine beinahe
krankhafte Neigung zu Fusionierungen aufweist. Hier wären
also eventuell Maßregeln am Platze, um Bestrebungen der Kartelle,
 die auf die Unmöglichmachung der Outsiderkonkurrenz oder
auf das Verhindern des Zustandekommens einer solchen gerichtet
sind, zu begegnen.
Die mäßigende Wirkung der Outsiderkonkurrenz ist übrigens
im allgemeinen in dem Maße illusorisch, in welchem es den Kartellen
 möglich ist, dieselbe — sei es durch Gegenkonkurrenz, sei
es durch Ankauf, Einschmelzung, Aufnahme in das Kartell usw.
— zu beseitigen. Und dies gelingt den Trusts ungleich leichter
als den europäischen Kartellen. Wenn letztere mit Erfolg operieren,
 so können sie einer baldigen Konkurrenz sicher sein: entsteht
 keine solche von außen, so erwacht sie innerhalb der Kartelle
 selbst. Der Trust aber kennt kein anderes Interesse als
das eigene, spart weder Kosten, Mühe, Geschäftskniffe, noch
politische Beeinflussung, um seinen Gegner zugrunde zu richten.
Die Geschichte der Trusts liefert interessante Beispiele dafür, wie
sie es zuwege bringen, die Konkurrenten wenigstens zur Einschmelzung
 zu zwingen.
Im Jahre 1899, als Carnegie sich zum erstenmal erbötig
machte, sich ins Privatleben zurückzuziehen, stand mit der Carnegie
Steel Company einerseits die Morgansche Federal Steel Company,
andrerseits die Mooresche National Steel Company in unmittelbarer
 Konkurrenz. Derselben standen noch andere Riesenunternehmungen,
 die Rohmaterial und Halbzeug herstellten, gegenüber.
Alle diese Concerns bildeten eine so enge Vereinigung, daß sie
den Markt der Carnegie Steel Company ernstlich bedrohten.
Zur Selbstverteidigung bemächtigte sich Carnegie 1899 des Verkehrs
 auf den großen Seen und sicherte sich dadurch den Vorrat
 an Rohmaterial. Die nächsten Jahre benützte er, um eine
Reihe der riesenhaftesten und vollkommensten Werke einzurichten,
die das Rohmaterial durch alle Stadien hindurch verarbeiteten,
und verfügte damals schon über die best geführten und ausge-