8 23. Die Wirkung der. Kartelle auf den Konsum und die Preisbildung. 217

Und doch verfügt dieser neuere Anstoß zur Konzentration
der Gütererzeugung, der sich in der Aufsaugung des Zwischenhandels
 durch die Großindustrie äußert, auch über alle Vorteile
der Konzentration. Das Schwinden der Mittelstufen im Güterumlauf
 verbilligt die Ware, erhöht die Kaufkraft der Konsumenten
 und dadurch den Konsum selbst. Dieser wirkt wieder belebend
 auf die Produktion zurück und unterstützt somit eben die
Großindustrie in ihrer Funktion. Was aber die Vernichtung der
Kaufmannsexistenzen betrifft, so kann die Volkswirtschaft nicht
auf die Untergrabung der Lebensmöglichkeiten einzelner bedacht
sein, wenn ihre Ausschaltung dem allgemeinen Wohl günstig ist;
und Steinmann-Bucher weist mit Recht darauf hin!), daß
den wirklich tüchtigen kaufmännischen Kräften sich ein weites
Feld der Betätigung auch im industriellen Organismus eröffne,
und es sich lediglich um einen Übertritt aus dem unsicheren
Vegetieren des Kaufmanns in eine entsprechend bezahlte und
sichere Stelle des großen industriellen Betriebs handle.

S 23. Wirkung der Kartelle und Trusts auf den Konsum und
die Preisbildung.
Wenn wir uns nun anschicken, die Wirkung der Kartellbewegung
 auf den Konsum zu untersuchen, so muß zunächst
erwähnt werden, daß diese Frage identisch ist mit dem Problem
der Wirkung der Kartelle auf die Preisbildung. Wie bekannt,
ist eine entwickelte Volkswirtschaft, namentlich großindustrielle
Produktion und vollkommen ausgebildete Geldwirtschaft Grundbedingung
 der Kartellwirtschaft; zwei Faktoren, deren Voraussetzungen
 wieder sind das Vorhandensein eines Weltmarktes und
eine durch denselben geregelte Preisbewegung. Dieser Zusammenhang
 mit der Preisbildung ist auch schuld daran, daß die
Kritik der Wirkungen der Kartelle sich überhaupt darnach richtet,
 wie dieselben vom Standpunkt des Güterverbrauchs zu beurteilen
 sind. Wir stehen also auf dem Punkt, auf welchem die
Achse des ganzen wirtschaftlichen Rades ruht, und es ist von
hier aus der ganze Mechanismus als eine Einheit zu betrachten.
Es darf nicht vergessen werden, daß es keinen Augenblick im
wirtschaftlichen Leben gibt, wo die Entwicklung, die Umgestaltung,

N A. a. OÖ.