224 IV. Kapitel. Wirkungen der Kartelle und Trusts,

verfügt, stellt den Satz an die Spitze seiner bezüglichen Ausführungen!):
 „Der allgemeinen Meinung gegenüber sind die
Konkurrenzpreise oft, wenn auch nicht immer, höhere Preise.“
Die Kosten des Absatzes sind nämlich um so höher, je ungezügelter
 der Wettbewerb waltet. Der kommerzielle Teil des Betriebes
 verschlingt häufig einen großen Teil dessen, was im
industriellen durch den größten Aufwand an technischem und
organisatorischem Können erspart werden kann. Bei Industrien,
welche sich direkt an das Publikum wenden, kommen zunächst
die Reklamespesen, bei anderen die Spesen des Vertriebs.durch
Reisende in Betracht. Wichtig ist weiter die Verschwendung an
Frachtspesen, welche im Zustand des freien Wettbewerbs nicht
zu vermeiden sind, da die einzelnen Produzenten nicht dahin
liefern, wo es ihnen am gelegensten kommt, sondern dahin, wo
sie Abnehmer finden.?)
Und doch ist Jenks aus seiner eigenen Statistik zu widerlegen.
 Es erhellt aus ihr, daß auch die Trusts überwiegend und
oft ganz beträchtlich, die Preise erhöht haben. Mit Hinweis auf
die Daten unseres dritten Kapitels erwähnen wir hier nur einiges
aus der Geschichte des Zucker- und Petroleumtrusts. Unter dem
starken Konkurrenzdruck fiel der Hutzucker, welcher 1880 8,401
Dollar notierte, 1887 auf 5,370, der Würfelzucker während derselben
 Zeit von 9,650 auf 6,043. Der 1887 gegründete Trust
steigerte die Preise stufenweise. 1887 steht der Hutzucker auf
5,886, der Würfelzucker auf 7,150; 1886 ersterer auf 6,586, letzterer
auf 7,799. Einen mäßigen Preisfall verursachten die Jahre 1890
und 1895 zufolge der Herabsetzung der Zollsätze: 1895 stand der
Hutzucker auf 3,280, der Würfelzucker auf 4,268. 1897 steigen
die Preise wieder und zwar auf 4,079 bezw. auf 4,870. Nachdem
die Gebrüder Arbuckle 1898 im Würfelzucker mit dem Trust einen
scharfen Konkurrenzkampf aufgenommen hatten, fiel derselbe auf
4,817, und im nächsten Jahr auf 4,795. Ganz ähnlich sind die
Schwankungen der Petroleumpreise. Raffiniertes Öl notierte
1880 7,87, Rohöl ‚2,63, die Differenz betrug also 5,24. Nach
Zustandekommen des Standard Oil Trust (1882) fiel das Rohöl:
2,27, hingegen schnellte das raffinierte empor: 9,25; die Differenz
betrug nun 6,98. Als nachher 1897 die Pure Oil Company den
) S, 6—21.
?) Vergl. Landesberger a. a, O, S. 332, 333; oben S. 193.