226 IV. Kapitel. Wirkungen der Kartelle und Trusts,

Konkurrenten aus dem Felde zu schlagen, entbrennt ein Kampf
auf Leben und Tod zwischen den Konkurrenten und entstehen
Schwankungen, die in ihrer Intensität und Dauer die schlimmsten
Zeiten des freien Wettbewerbs weit überschreiten, ;
Beiläufig dieselben Ergebnisse wirft die Untersuchung der
europäischen Preisbewegung ab. Schönlank!) erwähnt, daß
der deutsche Konsument 1899 in Kopenhagen für deutsches
Stabeisen 30—40 Mark mehr zahlen mußte als der dänische,
Die bayerische Eisenbahndirektion mußte Ende 1899 eine beträchtliche
 Lieferung einer ausländischen Unternehmung anvertrauen,
 weil die kartellierten deutschen Unternehmungen 377 bis
378 Mark forderten, während jene sich mit 310 Mark zufrieden
gab, trotzdem in diesem Preis der beinahe 16°, des Wertes betragende
 Zoll von 3 Mark inbegriffen war. Der Preis des
Thomasphosphatmehls wurde seinerzeit in einer Vereinbarung
der Fabriken mit dem Verband deutscher Landwirte bis 1887
mit 310 Mark festgestellt pro 200 Zentner, mit einem Inhalt von
20%; mittlerweile kam das Kartell zustande und die Preise
stiegen im Jahre 1888 auf 420, 460, 480 und 500 Mark, Ende
Dezember 1899 auf 510 Mark, während nach dem Ausland viel
billiger geliefert wurde. So z.B. bot ein Fabrikant 200 Zentner
17prozentiges Mehl nach Holland um 290 Mark mit dem Vorbehalt,
 dasselbe nach Deutschland nicht weiter zu verkaufen. Die
englische Salzunion trieb die Preise unmittelbar nach ihrer Entstehung
 ungemein hoch. Nach dem Märzkurs 1899 stiegen:

- sh. d. sh, d.
gewöhnliches Salz von 7,6 auf 13,6
Bittersalz » 79 „ 156
Kalkuttasalz » 86 „ 16,6
Würfelsalz » 13:6 » 35.

Auch letztens (1905) betonte Schmoller in der Generalversammlung
 des Vereins für Sozialpolitik in Mannheim, daß die
Syndikate die Kohlenpreise außergewöhnlich in die Höhe trieben.
Ihm trat Generaldirektor Kirdorff entgegen und verfocht die
Meinung, die Syndikate hielten die Preise in mittelmäßiger Höhe
stabil. Wie verhält es sich mit dieser Frage? Die kontrai)

 A. a. O.