835. Versuche zur Lösung des Trustproblems in den Vereinigten Staaten. 315

beiter einen festen Hinterhalt bieten. Viel. sei auch von einer
einheitlichen Trustgesetzgebung der angeseheneren Staaten zu
erwarten, namentlich wenn sie fremden Gesellschaften nur unter
gewissen Voraussetzungen Einlaß gewährten. Durch diese Maßregel
 würde dasselbe erreicht, als durch die Durchführung einer
für die ganze Union obligatorischen Einverleibung, aber ohne die
Schwierigkeit der Verfassungsänderung. Eine Besteuerung und
die damit verbundenen Kontrollen begünstigt Jenks nicht. Ihre
Folgen wären für die Industrie viel zu nachteilig,
H. D. Lloyds „Wealth against Commonwealth“ (1894) ist
eins der volkstümlichsten trustgegnerischen Werke. Die Mißbräuche
 der Trusts erreichten solch’ unerhörte Dimensionen, daß
ein staatlicher Eingriff unvermeidlich sei, Das Prinzip des Monopols
 und die Macht der Trusts sei mit der Demokratie unvereinbar,
 weil sie die Staatsgewalt für ihre privaten Zwecke ausbeute.
Deshalb fordert er die energischsten Maßregeln: gelingt eine
Demokratisierung und Beaufsichtigung der Monopole nicht, so
wünscht er eine Enteignung der Trusts als sicherstes Mittel zum
Schutz des öffentlichen Interesses.
D. S. Meade („Trust Finance“ S. 374 ff.) behandelt die Frage
hauptsächlich vom Standpunkt der Reform des Gesellschaftsrechts.
Er hält eine federative Gesetzgebung erwünscht, sowie auch Durchführung
 des Öffentlichkeitspostulats, doch dürfe man sich damit nicht
begnügen. Ein größeres Übel als die Überkapitalisierung sei der
Mangel an Reservefonds. Ein solcher von 25—50 °%, müßte verbindlich
 vorgeschrieben werden; bis dieser nicht erreicht, dürfte
nur ein Teil (!/;) des Gewinnes als Dividende verteilt werden.
Dies würde eine Vergrößerung der Investitionen und eine Sicherheit
 des allgemeinen Geschäftsganges zum Erfolg haben.
Van der Lip, gewesener Staatssekretär, Vizepräsident der
National City Bank!) gab wiederholt in seinen verschiedenen
Schriften sowie auch in einem Memorandum, in welchem er den
Verfassern seinen Standpunkt in der Trustfrage mitzuteilen die
Güte hatte, seinen trustfreundlichen Anschauungen Ausdruck.
Das Trustsystem erreiche seiner Ansicht nach bessere ökonomische
Resultate und vereinfache die Administration. Der amerikanische
Export habe seine Entwicklung hauptsächlich den Trusts zu

ıy Autor der vielgerühmten Schrift „Die Amerikanische Invasion in Europa“.