gegenstände des Imports. So war es denn kein Wunder, daß der
Handel von Anfang an zu einem bedeutsamen Faktor in den Städten
wurde. Der Entwickelung des Handels wie überhaupt der Gewerbe—
thätigkeit in den Städten leistete dabei der Orden möglichste Förderung;
die Bürger der Stadt erhielten ihren Grund und Boden zu einem
geringen Zins, der mehr eine Anerkennung der Oberherrschaft des
Ordens war. Auch wurde den Städten selbst vom Orden meist ein
größerer Landbesitz außerhalb der Stadtmauern verliehen. So erhielt
auch die Stadt Thorn einen umfangreichen Besitz, der in zwei wesentlich
verschiedene Theile zerfiel, nämlich in das Weichbild (patrimonium auch
Stadtfreiheit genannt) und das Gebiet (territorium). Als Weichbild
erhielt die Stadt 100 Hufen mit aller Nutzung als freien Besitz, und
sie gab es wiederum ihren Bürgern zur freien Benutzung, sodaß jeder
seinen Antheil daran als freies, unbeschwertes Eigenthum besaß, wofür
er keinerlei Steuern und Abgaben zu zahlen hatte. Das Territorium
dagegen gehörte dem städtischen Fiskus. Den ersten Grund hierzu legte
im Jahre 1262 der Vizelandmeister von Preußen und Livland, Helmrich
von Würzburg, indem er Thorn für den Zins von der Mühle unterhalb
der Ordensburg die Viehweide AlßThorn und 230 Hufen Land gab.
Wie sich nun der Handel Thorns entwickelt hat, läßt sich im
Einzelnen schwer nachweisen, denn in den geschichtlichen Quellen finden
wir Aufzeichnungen über den Gang des Handels meist nur dann,
wenn ihm irgend ein Widerstand erwachsen, ein Unglück geschehen,
kurz etwas Widriges zugestoßen ist, und man muß daher versuchen,
aus den vorhandenen Nachrichten über Schiffsstrandungen, Wege—
sperrungen und Zollerhöhungen sich ein Bild des damaligen Verkehrs
zu gestalten. Jedenfalls war die Lage Thorns wenigstens für die
erste Zeit der Ordensherrschaft recht günstig, war es doch die Pforte,
durch die der Gesammthandel nach Preußen sich bewegte. Zunächst
war es wohl die Hauptaufgabe des Handels, für die wiederholten
Heereszüge, die zur Unterstützung des Ordens nach Preußen kamen,
die nothwendigen Nahrungsmittel, namentlich Getreide, herbeizuschaffen,
da im Lande selbst schon wegen der häufigen Verheerungen der schon
eroberten Ländereien durch die Preußen und später auch durch den
Pommernherzog an einen kräftigen Anbau um so weniger zu denken
war, als die angesiedelten Bauern durch die Kriegszüge immer wieder
in Anspruch genommen wurden. Ueberhaupt war der deutsche Bauer
im Anfang noch ziemlich schwach vertreten.
Jedenfalls hat Thorn von allen Städten Preußens zuerst einen
einigermaßen dauernden Frieden genossen, der nur durch die Einfälle des