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Pommernherzogs Swantopalk unterbrochen wurde. Die Hauptzufuhr
der gewohnten Kulturbedürfnisse, die ja zunächst ausschließlich auf dem
Landwege aus dem Innern Deutschlands bezogen werden mußten,
vollzog sich auf der Straßze Guben — Bentschen — Posen-Gnesen —
Inowrazlaw, ging also durch polnisches Gebiet, und trotzdem die Polen
selbst die Ordensritter zu ihrem Schutze herbeigerufen hatten, unter⸗
ließen sie es gleichwohl nicht, von den durchgeführten Waaren ihren
Zoll zu erheben. Zwar hatten die Ordensritter selbst mit ihrem Gefolge
freien Durchgang, dafür wurden aber die Kaufleute nicht geschont, die
Anfangs allerdings nur von Salz, Hering und Tuch gewisse Abgaben
zu zahlen hatten, doch reizten die guten Einnahmen zur Steigerung,
und so wurde zunächst der Kreis der zu verzollenden Waaren, später
der Zollsatz und schließlich die Zahl der Zollstätten erhöht. Außer
diesem Durchgangshandel fand aber wohl von Anfang an ein direkter
Handel Thorns mit Polen, wenigstens mit Kujavien und Masovien
statt, zur Herbeischaffung der nothwendigsten Nahrungsmittel, Getreide
und Fleisch. Eine harte Probe hatte der Wohlstand der Stadt zu
bestehen, als im Jahre 1242 sich Swantopalk mit den Preußen ver—
band und in das Kulmerland einfiel, wobei Thorn auch belagert,
jedoch so tapfer vertheidigt wurde, daß der Herzog sich zurückziehen
mußte. Dafür schädigte er die Stadt durch Wegnahme einiger ihrer
Schiffe, die den bedrängten Einwohnern von Elbing Lebensmittel
zugeführt hatten.
Die in den polnischen Städten, namentlich in Krakau, zahlreich
ansässigen Deutschen verfolgten das Vorgehen der Ordensritter mit
großer Antheilnahme, wie dies ein Vorfall aus dem Jahre 1244
beweist. Damals kamen von Krakau einige deutsche Adelige zu Schiff
an mit Lebensmitteln, die hier auf Thorner Schiffe umgeladen und
nach Elbing geschickt wurden. Aus dieser Umladung geht deutlich
hervor, daß die Thorner schon damals größere Schiffe, die auch den
Gefahren der hohen See trotzen konnten, besaßen.
Nachdem der Pommernherzog zurückgeschlagen und wieder etwas
Ruhe im Lande eingetreten war, konnte die Stadt sich wieder mehr
ihrer Handelsthätigkeit widmen, doch kam sie schon im Jahre 1250 in
Konflikt mit Kasimir, dem Sohne des Herzogs Konrad. Die Thorner
sollen polnischen Kaufleuten, die vielleicht in der Stadt nach den
Begriffen der dortigen Kaufmannschaft zu selbstständig ihren Handel
getrieben hatten, erheblichen Schaden zugefügt haben, wahrscheinlich
durch Wegnahme von Waaren, und da dies wiederholt geschehen war
und Klagen beim Thorner Rath nichts gefruchtet hatten, so brach