Eine für das Ordensland wichtige Entscheidung wurde im
Jahre 1309 getroffen, indem man den hochmeisterlichen Sitz von
Venedig nach Marienburg verlegte. Der damalige Hochmeister, Sieg—
fried von Feuchtwangen, erließ bald nach seiner Ankunft eine Reihe
von Gesetzen und Verordnungen, die auf größere Mäßigkeit, Ordnung
und Frömmigkeit der Einwohner hinzielten. Er verbot das Spiel mit
Geld, ordnete eine gewisse Sonntagsruhe an, befahl, daß die Hand—
werker ihren Erzeugnissen ein Merkzeichen aufdrücken sollten und gebot,
daß jede Herrschaft ihre Dienstboten, die häufig zu den Ureinwohnern
oder auch zu den Polen gehörten, zur Erlernung der deutschen Sprache
fleißig anhalten solle, um die Bewohner des Landes schneller zu einem
Volke zu verschmelzen.
Diesem Hochmeister verdankt die Stadt Thorn auch die Gründung
der Brüderschaft St. Georgii zum Artushof, der die Geschlechter, „welche
von der ersten Fundation dieser Stadt hier gewohnt und fürnehmlich
sich in ehemaligen Kriegen rühmlichst gehalten haben“, angehörten.
Das Institut der Artushöfe stammte aus England und ist von dort,
was ja durch die regen Handelsbeziehungen beider Länder erleichtert
wurde, nach dem Ordenslande übertragen worden, doch entwickelte es
sich an der Ostsee ganz anders als in England, wo es sich in der
Hauptsache um zu Ehren des sagenhaften König Artus abgehaltene
Turniere handelte. Dort hieß der Kreis der Festtheilnehmer Artus' Hof
oder Artus' Runde, hier übertrug man den Namen Artushof sofort
auf das Gebäude. In selbst errichteten Häusern suchte bei uns das
sich in den Städten bildende Patriziat sich genossenschaftlich von den
übrigen Bewohnern vornehm abzuschließen, und da ihre Zusammen—
künfte ebenfalls einen ritterlichen Charakter trugen, ohne sich damit
allerdings zu erschöpfen, so wurde der Name König-Artushof als
Symbol erwählt. Der Thorner war der erste Artushof, der im Ordens⸗
lande gegründet wurde; erst später fanden sich auch Artushöfe in Kulm,
Elbing, Braunsberg, Königsberg und Danzig. Als Zweck der Thorner
Brüderschaft wurde u. A. bestimmt, „daß durch einen fürnehmen und
ehrbaren Handel und Wandel die Stadt in ihrer Nahrung zunehme,
und daß solche Commercia durch bequeme Mittel zu Land und zu
Wasser befördert werden“. Erst im Jahre 1395 nahm die Georgen—
brüderschaft auch die anderen Kaufleute und Kornhändler, Mitte des
15. Jahrhunderts auch die Schiffer in ihr Heim auf, doch behielt sich
die alte Brüderschaft gewisse Rechte vor.
Einen wichtigen aber für ihn verhängnißvollen Schritt that der
Orden im Jahre 1310 durch den Ankauf von Pommerellen, das nach