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über Dobrzin, Löbau, Riesenburg und Marienburg oder über Bromberg,
Nakel, Tuchel, Konitz und Schöneck nach Danzig. Thorn verfuhr übrigens
der Krakauer Niederlage gegenüber nicht anders, die Thorner Kaufleute
suchten sie so viel sie konnten zu umgehen, wie die lebhaften Klagen
Krakaus über die Thorner beweisen. Thorns Beziehungen zu Breslau
scheinen damals wieder besser gewesen zu sein, und auch der Thorner
Seehandel blühte noch. Im Großen und Ganzen ging aber der
Wohlstand herab, ja im Jahre 1445 klagt Thorn über zunehmende
Verarmung.

Da der von dem Orden eingesetzte Landesrath den Wünschen der
Grundbesitzer und der Städte nicht entsprach, so gründeten diese einen
Bund zur Herbeiführung der Selbstverwaltung, dessen Bestehen dem
Hochmeister Konrad von Erlichhausen natürlich ein Dorn im Auge
war, weshalb er auch mit allen Mitteln diesen Bund zu sprengen
oersuchte. Als er im Jahre 1453 beim Kaiser Friedrich III. die Auf—
hebung des Städtebundes beantragte und daraufhin das Exekutions—
recht erhielt, steigerte sich die Erbitterung gegen den Orden derart, daß
es zum Aufstand der Städte kam und zwar zuerst in Thorn, wo am
3. Februar 1454 die Ordensburg eingenommen und zerstört wurde.
Am 6. März sandte der Thorner Rath eine Deputation nach Krakau
an den König Kasimir IV. um ihn um seine Schutzherrschaft anzu—
flehen, und es begann nun der 183jährige Krieg zwischen dem Orden
und den mit Polen verbündeten preußischen Städten. Schon 1455
hatte der König von Polen den Städten völlige Freiheit des Handels—
verkehrs nach Polen gewährt, auch Thorn das Münzrecht verliehen und
das Stavpelrecht bestätigt.

Es folgte dann die Belagerung der Marienburg, die der Orden
übergeben mußte, weil er seine Söldner nicht mehr bezahlen konnte.
Die Vermögenslage des Ordens war ja schon seit der Tannenberger
Schlacht von Jahr zu Jahr trauriger geworden, der alte Reichthum
war fast ganz geschwunden. So wird z. B. aus dem Jahre 1446
gemeldet, daß sich der Komthur von Thorn außer Stande sah, für die
Konventsbrüder Salz und Fische zu bezahlen, sodaß er gezwungen
war. Geld bei Juden zu borgen.
In dem im Jahre 1466 zu Thorn geschlossenen Frieden entsagte
der Orden zu Gunsten Polens seiner Herrschaft über die Gebiete von
Kulm, Michelau und Pommerellen, trat die Städte Danzig, Thorn,
Elbing, Marienburg und die Bisthümer Kulm und Ermland ab und
behielt den übrigen Theil Preußens als polnisches Lehen.