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worden war, Danzig, das sich seiner Wahl widersetzt hatte, die Nieder
lage wegnahm und sie auf Elbing und Thorn übertrug. Durch den
Frieden zu Marienburg erhielt jedoch Danzig sein Stapelrecht zurück
und Thorn hatte wieder einmal vergeblich gehofft, nur eines erreichte
es damals von Danzig: es durfte wieder unmittelbaren Handel mit
den nach Danzig kommenden fremden Kaufleuten treiben, wodurch es
in der Lage war, seine in Danzig gekauften Waaren ebenso wohlfeil
abzusetzen, als die Danziger.
Sehr lebhaft war damals der Getreidehandel, sodaß nicht nur
die vielen Speicher, sondern auch vielfach die Wohnhäuser mit Getreide
belegt waren, auch wurden die Thorner Jahrmärkte nach wie vor von
Kaufleuten aus aller Herren Länder besucht. Nur den Juden machte
man Schwierigkeiten bei der Ausübung ihres Handels. So verbot
man ihnen in Thorn im Jahre 1598 das Auslegen ihrer Waaren in
öffentlichen Buden zur Jahrmarktszeit, ebenso das Ausrufen ihrer
Waaren, ja im Jahre 1602 wurde ihnen in Thorn aller Handel und
Verkehr untersagt. Auch schon früher war wiederholt auf den Stãdte⸗
tagen den Juden der Eintritt nach Preußen verboten worden, und
ein Beschluß vom Jahre 1435 lautete z. B.: „Und daz kein Jude in
das landt zu Preussen kome kauffmannschatz daselbst zu treiben.“
Ging der Handel Thorns auch etwas zurück, so vermehrten sich
dafür in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die industriellen
Unternehmungen, und es wurden in dieser Zeit Mahlmühlen, Salpeter—
siedereien, ein Kupferhammer, eine Walk- und eine Schneidemühle
errichtet, auch gründete man im Jahre 1607 eine Handelsgesellschaft
für Tuchfabrikation und Färberei, die sich allerdings schon nach wenigen
Jahrzehnten wieder auflöste. Die Einwohnerzahl Thorns soll damals
2530000 betragen haben. Daß noch in verhältnißmäßig kurzer Zeit
Reichthümer in Thorn gesammelt werden konnten, zeigt folgende
Erzählung, die vielleicht etwas übertrieben sein mag, doch immerhin
ein Bild giebt von der schnellen Vermögenssammlung der damaligen
Zeit. Im Jahre 1624 zog ein gewisser Gottfried Krives von Posen
nach Thorn und bewarb sich um das Bürgerrecht auf den Seiden⸗
waarenhandel, war aber so arm, daß ihm der Rath zur Bezahlung
seiner Bürgergerechtigkeit eine halbjährige Frist gestatten mußte. Als
er 13 Jahre später starb, soll er ein Vermögen von 8 Tonnen Goldes
hinterlassen haben.
Von den Kriegszeiten blieb auch Thorn nicht verschont. Es wurde
im Jahre 1629 von den Schweden belagert, die sich jedoch wieder
zurückziehen mußten. nachdem sie Mocker und die Vorstädte verbrannt