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trotz ihres guten Rechts nichts Besseres zu thun wissen, als der Gewalt
und Willkür mit Geldopfern zu weichen. Wir glauben hier auch sagen
zu dürfen und zu müssen, daß viele Belästigungen für die preußischen
Staatsangehörigen in Polen aufhören dürften und der preußische Ruf
nachhaltiger gewahrt werden würde, wenn das preußische General—
Konsulat in Warschau in die Lage gesetzt würde, eine entschiedenere
und hervorragendere Stellung einzunehmen und eine Praxis zu
befolgen, die es jedem Preußen in Polen zweifellos machte, es sei der
gesetzliche Schutz für ihn eben so sehr außerhalb wie innerhalb der
Grenzen unserer Monarchie vorhanden. Ferner sind wir der Ansicht,
daß trotz der unendlichen Schwierigkeiten, welche von jeher im Großen
und Kleinen bei Unterhandlungen mit der russischen Staatsregierung
sich eingestellt haben, erneute Unterhandlungen betreffs Erleichterung
des internationalen Verkehrs zu einem für die Angehörigen beider
Staaten günstigen Resultate führen müssen. Zu keinem Nachbarstaate
steht Preußen in besagter Beziehung in so üblen Verhältnissen, als
gerade zu Rußland und Polen, während es andererseits, wenn wir
von England und den Zollvereinsstaaten absehen, für Preußen mit
Rücksicht auf den Handelsverkehr keinen wichtigeren Nachbar als das
russisch-polnische Staatsgebiet giebt.
Die polnische Valuta hat sich, wie wir schon oben ausführlich
gesagt, seit etwa zehn Jahren im Kurse wesentlich verschlechtert. Das
Silbergeld ist in Polen so knapp, daß selbst die Bank in Warschau
nicht im Stande ist, ihre Banknoten in Silber umzutauschen und kommt
sie somit ihrer gesetzlichen Verpflichtung nicht nach.
Diese Entwerthung der polnischen Valuta hat ihre Ursache in dem
verminderten Export von Getreide und Wolle, in den gesunkenen
Preisen, namentlich des Getreides, in dem Mangel von Silbergeld,
ferner in den den Geldverkehr hemmenden Gesetzen, in der im Ueber—
maß angewandten Ausgabe von Noten, in den überaus schwer—
fälligen Formen für den Verkehr und endlich in der geringen
Aufmerksamkeit, welche Seitens des jenseitigen Gouvernements der
Entwickelung der materiellen Verhältnisse geschenkt wird. Das Bank
System befindet sich auf einer niedrigen Stufe der Ausbildung, das
Diskonto-Geschäft ist unbedeutend, dabei sind zahlreiche und kostspielige
Beamte angestellt, welche vom Handel wenig verstehen und auch kein
geschäftliches Interesse haben. — Die Zollgesetze sind über die Maßen
intrikat, der Tarif sehr weitläufig und in vielen Positionen die Bezeich—
nung der Waare undeutlich und zweifelhaft. — Die Gewerbegesetze
sind dem Aufblühen der Gewerbethätigkeit hinderlich, namentlich die