theilhaften Einfluß auf den Geschäftsverkehr aus. Im Textilwaaren—
handel machte sich übrigens in dieser Zeit ein enormer Absatz an
Trauerkleidungen nach Polen bemerkbar, was darin seinen Grund
fand, daß die polnische Frauenwelt damals nur schwarze Kleidung
trug, um ihrer Trauer über die Bedrückung Polens Ausdruck zu geben.
Als dann im Jahre 1863 der Aufstand in Polen ausbrach und sich
zeitweise die russischen Grenzsoldaten zurückziehen mußten, fand eine
ganz erhebliche Einfuhr nach Polen statt, und namentlich Manufaktur—
waaren, Taback, Zigarren, sowie Kolonialwaaren wurden in großen
Mengen über die Grenze geschafft. Auch Zucker fand wieder Eingang
in Polen, da die polnischen Zuckerfabriken während der kriegerischen
Zeiten ihren Betrieb eingestellt hatten. Freilich wurde der kleine, vor—
übergehende Vortheil später mit um so größeren Nachtheilen bezahlt,
da die polnische Bevölkerung durch den Aufruhr und seine Anter—
drückung auf Jahre hinaus verarmte.
Die Interessen der in Polen wohnenden preußischen Unterthanen
scheinen während dieser Zeit übrigens nicht in energischer Weise wahr—
genommen worden zu sein, wie aus folgender Stelle des Berichtes für
1863 hervorgeht: „Was die Interessen unseres Handels und Verkehrs
in Polen selbst anbetrifft, so haben wir leider im vorigen Jahre nur
zu häufig wahrzunehmen Gelegenheit gehabt, daß der Schutz, welcher
bisher jenen Interessen gewährt wird, ganz unzulänglich ist. Den
Zuständen in Polen gegenüber, wie sie im vorigen Jahre waren und
noch heute sind, bedurfte und bedarf es ganz energischer Maßnahmen
Seitens unserer Staatsregierung, um Eigenthum und die persönliche
Freiheit preußischer Staatsangehöriger gegen Ungebühr sicher zu stellen.
In Folge der Antipathie auf polnischer Seite gegen die Deutschen und
namentlich gegen die Preußen, sowie in Folge des willkürlichen Verfahrens
russischer Beamten und des Mißtrauens der russischen Militärbehörden
kamen die preußischen Staatsangehörigen, von denen eine große Anzahl
in Polen Wohnsitz hat, in die schlimmsten Lagen und Verwickelungen,
da es sehr schwer war, einerseits den polnischen Nationalitätsbestrebungen
genügsam auszuweichen und andererseits der russischen Polizei keinen
Vorwand zu Vexationen zu geben. Weder Engländer noch Franzosen,
die in Polen leben, sind in so schlimmen Situationen gewesen, da nach
Allem, was man hört, deren Konsuln ihnen einen viel ausreichenderen
und wirksameren Schutz angedeihen zu lassen wissen. Der Schutz,
welchen das Generalkonsulat in Warschau allenfalls gewähren kann,
reicht nicht in die Provinz. Wir können nur wiederholt auf die Noth—
wendigkeit der Vermehrung der preußischen Konsulate in Polen zum