entgegen und trug dadurch wesentlich zur Wiederherstellung des
erschütterten Kredits bei. Die glückliche Führung beider Kriege that
dann das Ihrige dazu, die Geschäfte wieder in ruhigen Gang zu bringen.
Auch in dieser Periode hat die Bevölkerung Thorns weiter
zugenommen, woran allerdings der Verkehr nach Polen am wenigsten
schuld war, denn hier lagen die Verhältnisse nach wie vor trostlos.
Auch der frühere umfangreiche Absatz in Kolonial und Manufaktur⸗
waaren schwand mehr und mehr, einmal wegen Verarmung der
polnischen Gutsbesitzer, sodann auch wegen weiterer Erschwerung des
Grenzverkehres. Es wird zwar in den Berichten nicht gesagt, worin diese
Erschwerungen bestanden, doch scheint es sich u. A. um eine Eindämmung
des früher blühenden Schmuggels zu handeln. Waaren auf Kredit nach
Polen zu geben war immer gefährlich, da es bei den dortigen Rechts—
verhältnissen kaum möglich war, von einem böswilligen Schuldner Geld
zu erhalten. Deshalb wendet sich auch die Handelskammer in ihrem
Jahresbericht für 1868 dagegen, daß bei dem Gesetzentwurf über die
Aufhebung der Personalhaft auch die Ausländer einbezogen werden
sollten, und sie führt dazu aus: „Wir müssen es als einen Mangel
des Gesetzentwurfes über die Aufhebung der Personalhaft bezeichnen,
daß auch gegen Ausländer die Schuldhaft nicht vollstreckt werden soll.
Dieser Uebelstand wird sich in den an der Grenze belegenen und mit
Polen arbeitenden Handelsplätzen um so fühlbarer machen, weil die
über alle Maßen mangelhafte russische Exekutions-Justiz den diesseitigen
Gewerbetreibenden gar kein Mittel bietet, um in Polen ausstehende
Forderungen beizutreiben. Die Vollstreckung der Personalhaft gegen
russische Staatsangehörige, die gelegentlich nach Preußzen kommen, war
seither das einzige Mittel mit dem man zum Ziele gelangte.“
Das Hauptgeschäft des hiesigen Platzes blieb auch in dieser
Periode der Getreidehandel, der in recht gewinnbringender Weise diese
ganze Zeit über betrieben wurde und bei stets guter Nachfrage ein
leichtes Geschäft hatte. Der Weizen fand seinen Absatz hauptsächlich
in England und Frankreich, Roggen ging meist nach den Industrie—
bezirken des nördlichen Deutschland, sowie nach Böhmen, Sachsen,
Thüringen und der Lausitz, nur in den Jahren 1868 und 1869 fand
vorübergehend ein größerer Versandt von Roggen nach Ostpreußen
und Rußland statt. Da der große Getreidehandel naturgemäß das
erheblichste Interesse an guten Verkehrsverhältnissen hatte, so gingen
von ihm auch die kräftigsten Anregungen nach Verbesserung aus, die
dann auch von der Handelskammer energisch verfolgt wurden. So
beklagte man sich vor Allem über die schlechten Wasserverhältnisse der