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Absatz ihrer Rektifikate, die namentlich in den Gebieten der Weichsel,
Netze, Warthe, Oder, Elbe und über Stettin und Hamburg bis
Amerika vertrieben wurden, immer weiter aus.
Der Anfangs lebhafte Wollhandel flaute im Jahre 1874 bedeutend
ab, und wenn die Zufuhren auch noch namhaft blieben und Fabrikanten
und Großhändler des Westens ihren Bedarf hier deckten, sodaß immer
wieder der Wunsch nach Festsetzung eines Wollmarktes laut wurde,
so klagten die Käufer vielfach über die Qualität der Wolle. Diese
hatte sich allerdings zu ihrem Nachtheil verändert, da die Landwirthe
bei dem in Folge der australischen Konkurrenz ständig sinkenden Woll—⸗
preise die Zukunft ihrer Schafbestände mehr in der Fleisch- als in der
Wollproduktion sahen und deshalb ihre Züchtung darauf einrichteten.
Die Zufuhren an Eisen, Kohlen und Kalk aus Schlesien nahmen
zunächst rapid zu, um dann nach eintretender Krisis schnell wieder zu
fallen. Der Holzhandel war ebenfalls zuerst wegen der großen Baulust
recht lebhaft gewesen und hatte in den neugegründeten Dampfschneide—
mühlen gute Abnehmer gefunden, doch trat auch hier mit dem Jahre
1874 ein plötzlicher Umschlag und Rückgang ein.
An Umfang verloren in Folge der neuen Bahnbauten hatte das
Speditionsgeschäft, da die Eisenbahnverwaltungen sich bestrebten, soweit
als möglich direkten Verkehr zwischen den Haupthandelsplätzen einzu—
führen. Wenn die hiesigen Spediteure trotzdem noch einigermaßen gut
beschäftigt waren, so hatte dies seinen Grund in den erschwerenden
Zollformalitäten an der russischen Grenze und ferner darin, daß die
deutschen Fabrikanten sich scheuten, in Polen Kredit zu gewähren und
sich eines hiesigen Spediteurs bedienten, um die Geschäfte hier Zug um
Zug abzuwickeln. Das Speditionsgeschäft zu Wasser hatte seit Auf—
hebung des Zolles auf Getreide und Holz fast ganz aufgehört.
Der Getreidehandel blühte hier während dieser ganzen Zeit und
wurde von der allgemeinen wirthschaftlichen Krisis kaum berührt. Das
deutsche Getreidegeschäft verlor seit Beginn der siebziger Jahre mehr
und mehr den Charakter des Exporthandels, da mit der Entwickelung
der Städte, dem Wachsthum der Industrie und der Steigerung der
Lohnverhältnisse die Konsumtionsfähigkeit wuchs und die Landwirth—
schaft hiermit nicht gleichen Schritt halten konnte. Stettin führte jetzt
viel Roggen aus russischen Häfen ein, ungeheure Massen von Roggen
kamen ferner über Bremen, Hamburg, Lübeck, über Amsterdam und
Antwerpen, über Eydtkuhnen, Prostken — Grajewo, Alexandrowo—Thorn
nach Deutschland, während gleichzeitig die Ausfuhr von Weizen sank.
Die Steigerung des Imports war für den Getreidehandel Thorns