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von günstigstem Einfluß; die große Wasserstraße und die sich hier
kreuzenden Schienenwege eröffneten seinem Handel weite Bezugsquellen
und große Absatzgebiete. Zu den bisherigen Bezügen aus Polen und
Rußland kamen jetzt noch die Gebiete der Thorn — Insterburger Strecke
und der Ostpreußischen Südbahn. Der Absatz erstreckte sich auf die
Seehäfen, auf Berlin, das westliche Deutschland, Böhmen, Oesterreich,
Baiern, Elsaß, hauptsächlich aber auf Schlesien, die Lausitz und das
Königreich Sachsen. Der Abnahme des Exports nach dem Auslande
entsprechend war der Versandt auf dem Wasserwege verhältnißmäßig
zurückgegangen, dagegen der Bahnversandt um so enormer gestiegen,
namentlich seit Eröffuung der Bahn Posen—Thorn. Die nächste
günstige Folge der Verladung des Getreides mit der Bahn war die,
daß der Getreidehandel den Charakter gefährlicher Spekulation verlor,
daß der Händler sich bei schnellem Umsatze mit geringerem Gewinn
begnügen konnte und auch die Kosten und Umstände der Lagerung
sparte.
Daß die Kammer schon damals die Gefahr des amerikanischen
Getreideimports erkannt hatte, beweist folgende Stelle in dem Jahres⸗
bericht für 1874: „Der Export von Weizen über Danzig und Königs—
berg nach England ist auch im Jahre 1874 äußerst gering gewesen, da
russische und namentlich amerikanische Waare der unsrigen mit Erfolg
Konkurrenz macht. Die Exportfähigkeit Rußlands wächst mit der schnellen
Erweiterung seiner Eisenbahnen und diese fördern den Getreidebau
seiner großen und fruchtbaren Länderstrecken. Noch viel günstiger liegen
die Verhältnisse für Amerika, dessen billiger Produktion von Weizen
Deutschland nicht die Spitze bieten kann; während dort der fruchtbarste
Boden billig zu kaufen, die Art der Bewirthschaftung eine billigere ist,
namentlich keine kostspieligen Gebäude erfordert, die Ausdehnung der
Eisenbahnen und die kolossalen Stromgebiete die Aussfuhr erleichtern
und billiger machen, wachsen in Deutschland die Kosten der Produktion
von Jahr zu Jahr und verliert unser Produkt dadurch auf den aus⸗
ländischen Märkten die Konkurrenzfähigkeit. Die Nordamerikanische
Union soll mit dem Plan umgehen, den Mississippi, namentlich seine
Mündung und dessen Zuflüsse zu korrigiren und dies ungeheure,
fruchtbare Stromgebiet dem Getreide-Export zu erschließen; sollte dieser
Plan ausgeführt werden und Amerika in die Lage kommen, für seinen
billigen Weizen statt der bisherigen hohen Eisenbahnfrachten auch noch
die billige Wasserstraße zur Ausfuhr benutzen zu können, so wird amerika—
nischer Weizen nicht nur die englischen Märkte beherrschen, sondern er
wird dann auch auf den deutschen Märkten mit Erfolg als Konkurrent