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auftreten können. Ist diese Eventualität vielleicht auch noch einer
späteren Zukunft vorbehalten, so glauben wir doch auf die sich vorbereiten⸗
den Ereignisse hindeuten zu dürfen. Es erscheint uns geboten, daß die
Königliche Staatsregierung ihr Augenmerk unausgesetzt darauf richte, der
Produktion des Deutschen Reiches die Konkurrenzfähigkeit dem Auslande
gegenüber zu erleichtern durch Anlage von Eisenbahnen, billige Tarife,
Anlage und Verbesserung von Land- und Wasserstraßen. Mag in neuerer
Zeit darin auch Vieles geschehen sein, Vieles bleibt doch noch zu thun
übrig. Das Bestreben der Landwirthe aber muß es sein, die Unkosten
ihrer Produktion zu verringern, die Ertragsfähigkeit des Bodens zu
erhöhen durch Nebenbetrieb industrieller Anlagen, ferner gute Landwege
zu schaffen und das Kreditwesen zu heben.“
Das Jahr 1876 bildete den Höhepunkt des Thorner Getreide—
handels, dessen Versandt in diesem Jahre über 80000 Tonnen betrug.
Es war aber auch das letzte ungetrübte Jahr, denn wenn der geringere
Bedarf Mitteldeutschlands im Jahre 1877 auch nur eine vorüber—
gehende Erscheinung war, hervorgerufen durch eigene gute Ernte und
den durch die Industriekrisis herbeigeführten Minderkonsum, so waren
schon die Eingriffe Berlins und Danzigs bedenklicher, die direkt in Polen
ihren Getreidebedarf einkauften. So lange die Schifffahrt geschlossen
war, konnte Thorn größere Bezüge aus Polen machen, die bei freiem
Wasser ihre Richtung auf Danzig und Berlin nahmen, unterstützt durch
die verhältnißmäßig geringe Differenz der Wasserfrachten. Große
Zufuhren kamen dann noch einmal im Sommer 1879 hierher, als
Rußland aus Furcht vor dem in Aussicht genommenen Getreidezoll
in solcher Menge Roggen hierher schickte, daß die Arbeit kaum zu
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diese Vorräthe noch zu guten Preisen abgesetzt. Mit Beginn der neuen
Ernte blieben die polnischen und russischen Zufuhren aus, sodaß man
hier, fast nur auf den Bezug aus Ost- und Westpreußen angewiesen,
nicht in der Lage war, die Nachfrage aus Posen, Sachsen und Thüringen
zu befriedigen. Was die Kammer bei den Berathungen über den
neuen Zolltarif vorausgesagt hatte, war eingetroffen. Die Vermittler⸗
stellung Thorns im Getreidegeschäft zwischen Polen und Rußland
einerseits, Mitteldeutschland und Böhmen andererseits war untergraben,
und wenn auch späterhin noch einzelne Bezüge vorkamen, so konnte
es doch nie wieder zu der früheren Blüthe kommen. Auf den Holz—
handel Thorns konnte der Zolltarif mit seinen Holzzöllen naturgemäß
nicht so verderblich wirken, da dem einzuführenden Holz der Weg ja
durch den Weichselstrom vorgeschrieben ist. Am Meisten hatte der Holz—