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handel wohl unter der allgemeinen Krisis zu leiden, und es dauerte
Jahre lang, ehe die Holzzufuhren mit dem Bedarf in Einklang gebracht
worden waren. Das unverkaufte, auf der Weichsel umherliegende Holz
legte natürlich den Gedanken an die Schaffung einer sicheren Unterkunft
immer wieder nahe, und als nach jahrzehntelangem Drängen endlich
im Jahre 1879 die Anlage eines Winterhafens zu Stande gekommen
war, führte daher die Kammer aus, daß die Erweiterung der Anlage
zu einem Unterstand für Holztransporte ins Auge gefaßt werden müsse.
Nutzen von dem Zolltarif konnte sich nur das Speditionsgewerbe
versprechen. Dieser Erwerbszweig hatte ja unter dem ständigen Rückgang
des Exportes nach Rußland zu leiden, und er sah daher mit Bangen
in die Zukunft, als Ende 1876 die Bezahlung der russischen Zölle in
Gold, also eine gewaltige Zollerhöhung, angeordnet wurde. Die
nächste Folge war nun auch, daß im Jahre 1877 die Einfuhr Rußlands
ganz bedeutend zurückging, und zwar betrug bei einzelnen Artikeln,
wie Baumwolle, die Abnahme 25 040, bei Eisen und Eisenwaaren
sogar 50 0/0, bei Salz, Seidenwaaren u. A. m. sank die Einfuhr fast bis
auf O herab. Im Jahre 1878 zeigte allerdings das Exportgeschäft
nach Rußland wieder eine bedeutende Steigerung nicht nur in Roh—
stoffen und Halbfabrikaten, sondern auch in Fertigfabrikaten. Diese
Zunahme findet ihre Erklärung in der Steigerung der Komsumtions⸗
fähigkeit, die nach Beendigung des orientalischen Krieges bei einem
Theile der russischen Bevölkerung eintrat, sowie in dem Einflusse, den
die durch die niedrige Valuta ermöglichte ausgedehntere und günstigere
Verwerthung ihrer Produkte auf die Lage der russischen Landwirthschaft
und ihren Konsum ausüben mußte. Es zeigte sich denn auch im Jahre
darauf, als der Export nach Rußland wieder gewaltig herabging, daß
es sich bloß um eine vorübergehende Erscheinung gehandelt hatte.
An den Gedanken, daß der Export von Fabrikaten nach Rußland
immer geringer werden würde, hatte man sich ja schon gewöhnt, neu
war jedoch, daß Rußland uns mit den Produkten seiner durch den
Hochschutzzoll aufgezogenen Industrie Konkurrenz auf unseren Märkten
machen werde, wie dies mit Manufakturwaaren geschah. Wenigstens
berichtet die Kammer über den Manufakturwaarenhandel im Jahre
1876: „Die Fortschritte, welche die russische Industrie in den letzten
Jahren, begünstigt durch billige Unkosten und hohe Schutzzölle, gemacht
hat, sind so bedeutend, daß man heute sagen kann: Rußland liefert in
Tuchen, wollenen und baumwollenen, und Leinenstoffen, sowie in
gehäkelten Sachen und feinen Geweben Fabrikate, die nicht nur den
deutschen gleichkommen an Güte, sondern sie vielfach in solider Arbeit