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in Danzig gezahlt wurden. Mit Eintritt des Getreidezolls konnte von
einer Konkurrenz mit Danzig kaum noch die Rede sein, und wenn auch,
so lange die noch verhältnißmäßig bescheidene Zollhöhe von 10 Mark
für die Tonne bestand, die Verbindung mit Rußland noch nicht völlig
vernichtet war, so änderte sich dies, als man den Zoll verdreifachte.
Jetzt blieben die Getreidezufuhren aus Polen selbst aus den Distrikten
aus, die durch ihre Lage eigentlich auf den Export nach dem Thorner
Kreise angewiesen waren, was sich dadurch erklärt, daß die polnischen
Händler und Produzenten ihr Getreide nach den polnischen Weichsel—
städten Plock, Nieszawa, Wloclawek u. s. w. versandten, von wo es,
entweder mit der Bahn oder auf dem Wasserwege Thorn passirend,
nach Danzig und anderen Plätzen zum Export ging. Dadurch entging
man den Schwierigkeiten, die bei Versendung des Getreides über
preußische Zollämter nach Thorn der russische Sackzoll und die deutschen
Zollvorschriften bereiteten. Auch Böhmen zog es jetzt vor, direkte
Bezüge zollfrei zu machen, während es ihm früher bequemer war, sich
für seine Einkäufe eines vermittelnden Platzes zu bedienen. Als
einziger, wenn auch schwacher Trost blieb für Thorn übrig, daß sich
der Handel mit russischen Futtermitteln ständig hob, sodaß allmählich
hier ein Hauptstapelplatz für Kleie und Oelkuchen entstand.
Der Verkehr mit Rußland ging weiter zurück in Folge seiner fort—
währenden Zollerhöhungen zum großen Schaden unseres Speditions—
gewerbes, das dazu noch durch die Konkurrenz der österreichischen
Bahnen benachtheiligt wurde. Diese leiteten nämlich vereint mit der
französischen Ostbahn durch Erstellung billiger Tarife den Import von
Frankreich nach Rußland über ihre Strecken und schädigten dadurch
den Verkehr über Thorn in empfindlicher Weise.
Zu den wenigen Artikeln, die noch in größeren Massen von
Deutschland aus nach Rußland eingeführt wurden, gehörten land—
wirthschaftliche Maschinen, denn diese waren zollfrei, soweit sie nicht
durch Dampfbetrieb in Thätigkeit gesetzt wurden. An dieser Ausfuhr
waren Anfangs auch unsere Maschinenfabriken in erheblichem Umfange
betheiligt. Der direkte Verkauf unserer Fabriken an russische Landwirthe
sank jedoch bald merklich herab, als sich in den Grenzbezirken Rußlands
viele Agenten niederließen, die landwirthschaftliche Maschinen in großen
Posten von den bedeutendsten Spezialfabriken Deutschlands bezogen
und damit die dortigen Grundbesitzer versorgten. Mit diesen viel vor—
theilhafter produzirenden Fabriken zu konkurriren war aber nicht möglich.
Nicht so nachtheilig wie auf das Getreidegeschäft wirkte der Zoll,
wie bereits erwähnt, auf den Holzhandel. Er spielte bloß bei den—