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jenigen Artikeln, die jeweilig gesucht waren, eine für die deutschen
Holzhändler ungünstige Rolle. Für solche Waaren mußte, soweit sie
nicht im Transitverkehr weitergingen, deutscherseits der Zoll gezahlt
werden, während er für die im Ueberfluß eingeführten Sorten von
den Importeuren getragen wurde. Ueber den geringen Einfluß, den
Thorn auf das Holzgeschäft ausübte, äußerte sich der Jahresbericht
für 1880 in nachstehender auch heute noch, aber hoffentlich nicht mehr
lange, zutreffender Weise: „Thorn könnte vermöge seiner günstigen
Lage weit tiefer in den Gang des Holzgeschäftes eingreifen, als es
der Fall ist. Ueber das Gros des eingehenden Holzes wird betreffs
des Verkaufes und des Bestimmungsortes erst hier Verfügung getroffen.
Da indeß ein längeres Verweilen der Traften hier einerseits durch die
Stromverhältnisse, andererseits durch die Kosten, welche die nothwendige
Beibehaltung der Flößer verursacht, zur Unmöglichkeit wird, so gehen
die Hölzer in vielen Fällen unverkauft weiter, entweder nach Danzig
oder in den Hafen bei Brahnau. Sind sie nach Danzig geschwommen,
— auf diesen Platz
angewiesen und aller weiteren Verkaufsgelegenheiten nach Berlin,
Stettin u. s. w. verlustig gegangen. Befinden sich dagegen die Hölzer
erst im Brahnauer Hafen, so ist ihnen wieder das Absatzgebiet nach
Westpreußen und Danzig abgeschnitten, denn außer den Kosten für
das Hineinziehen in den Hafen, die sich auf ca. 2 Pf. pro Kubikfuß
belaufen, müssen für das Verlassen desselben wieder etwa2 Pf. pro
Kubikfuß bezahlt werden, und es liegt die Vermuthung nahe, daß
diese Ausgangssteuer absichtlich so hoch normirt sei, um die einmal in
den Hafen eingegangenen Waaren für den Berliner Markt zu fesseln.
Frei von diesen Beschränkungen würde der Holzhandel werden, wenn
am hiesigen Orte sich ein Hafen befände, in welchem die unverkauften
Hölzer unter dem günstigen Einflusse größerer Konkurrenz ihren
Verkauf abwarten könnten.“
Auf das gesammte Erwerbsleben Thorns wirkten in den —B
Jahren drei Umstände vortheilhaft ein: die rege öffentliche und
private Bauthätigkeit, die Vermehrung der Garnison und die Eröffnung
der Weichselstädtebahn. Namentlich die Festungsbauten beschäftigten
eine ungeheure Menge von Arbeitern, zeitweilig über 4000. Die großen
Bauten hatten wiederum eine umfangreiche Ziegelindustrie ins Leben
gerufen. Es bestanden zu dieser Zeit neben einfachen Feldöfen 12 Ring⸗
brandöfen bei Thorn, die jährlich 30000000 Steine brannten und
gegen 700 Arbeiter beschäftigten. Auch die Maschinenfabriken lieferten
für die Festungsbauten vielfach Gußstücke und Aehnliches und konnten