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enge Verbindung gebracht werden müßten, sondern daß auch die Ver—⸗
bindung der einzelnen Wasserstraßen unter sich möglichst zu verbessern
oder, wo sie noch fehlte, herzustellen sei. Aus dieser Erkenntniß heraus
wurde ja auch späterhin das Projekt des Mittellandkanals geboren.
Bei einer Anfrage der Regierung im Jahre 1889 handelte es sich um
die Verbesserung der Wasserverbindung zwischen Oder und Weichsel,
und zwar wollte man wissen, ob die Erweiterung der Schleusenöffnung
des Bromberger Kanals, die Geradelegung der Netze bis Usch und die
Vergröhßerung der Fahrrinne dieses Flusses ein Bedürfniß für Handel
und Industrie unserer Gegend sei, was von der Handelskammer ganz
entschieden bejaht wurde.
Mit Beginn der neunziger Jahre trat ein Rückgang unseres
Wirthschaftslebens ein, als Folge verschiedentlicher ungünstiger Um—
stände. Zunächst hatte die Bauthätigkeit fast gänzlich aufgehört, wodurch
auch die Ziegeleien und Maschinenfabriken in Mitleidenschaft gezogen
wurden, sodann trat aber gleichzeitig eine ziemliche Steigerung der Lebens⸗
mittelpreise ein, hervorgerufen durch eine Reihe mangelhafter Ernten im In
und Auslande. Dazu verschlechterten sich die Beziehungen zu Rußland.
Nachdem die Handelsverträge mit OesterreichUngarn, Italien, der Schweiz
u. A. m. abgeschlossen worden waren, hoffte man hier sehnlichst auf
das Zustandekommen eines Vertrages mit Rußland, da die differenzielle
Behandlung dieses Landes für unsere Gegend geradezu verhängnißvoll
werden mußte. Diese Hoffnung wurde schwer erschüttert, als man im
Frühjahre 1893 die Verhandlungen abbrach und darauf mit dem
1. August der Zollkrieg begann, der eine vollständige Lähmung unseres
Verkehrs zur Folge hatte, bis dann endlich nach langen Kämpfen der
Reichstag mit der Annahme des Handelsvertrages diesem traurigen
Zustande ein Ende machte. Für unseren Getreidehandel war dies
freilich mit einem Opfer verbunden, denn er verlor den am 1J. September
1891 eingeführten Staffeltarif nach dem Westen, der ihm bisher
ermöglicht hatte, die Danziger Konkurrenz einigermaßen zu bestehen
und größere Posten, wenn auch meist inländischen Getreides nach
dem Westen zu verfrachten. Die Aufhebung des Identitätsnach—
weises beim Getreideexport konnte Thorn wenig Nutzen bringen, da
von hier aus kaum Getreide nach dem Auslande versandt wurde, sodaß
diese Erleichterung in erster Linie nur wieder Danzig zu Gute kam.
Zweifellos haben ja die Handelsverträge, zumal der mit Rußland,
günstig auf unseren Bezirk gewirkt, wenn auch von einer bedeutenden
Ausfuhr unserer Industrie nach Rußland bei deren Zusammensetzung
kaum die Rede sein konnte. Unsere Zucker- und Spiritusfabriken, Mahl—