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Die Kammer hatte während dieser Zeit ihr Hauptaugenmerk auf
die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse gerichtet, und hier gab und
giebt es noch recht viel zu verbessern. Im Vordergrunde stand das
Holzhafenprojekt. Nachdem ein erster Entwurf, der die Anlage des
Hafens dicht bei Thorn, neben dem Winterhafen, ins Auge gefaßt
hatte, zurückgewiesen worden war, weil das Hochwasserprofil des
Stromes durch den Hafendeich in unzulässiger Weise eingeschränkt
werden würde, ließ die Kammer einen neuen Entwurf anfertigen, nach
dem der Hafen auf der Korzenieckämpe angelegt werden sollte. Dieser
Entwurf fand die Zustimmung der Regierung, die sich auch nach
erfolgter landespolizeilicher Genehmigung bereit erklärte, 19, Millionen
Mark zu dem Hafen herzugeben, der bei dem zunächst ins Auge
gefaßten Umfange ungefähr 3 Millionen Mark kosten wird. Da es nicht
gelang, auch nur einen erheblichen Theil der fehlenden 149, Millionen
Mark in Privatkreisen aufzubringen, so übernahm die Stadt Thorn diesen
Kostenantheil, und es steht nunmehr, sobald der Landtag die von der
Regierung in Aussicht gestellte Summe bewilligt haben wird, der Aus—
führung des Hafens nichts mehr im Wege. Außer dem Holzhafen
waren es besonders Eisenbahnprojekte, die die Kammer beschäftigten.
Nachdem schon durch den Bau der Eisenbahn Schönsee — Fordon, die
allerdings für die Kreise Thorn und Kulm im Allgemeinen von Nutzen
war, der Stadt Thorn ein Theil seines Verkehrs entzogen worden,
veranlaßte die Bewilligung des Projektes Kulm— Unislaw die Kammer,
für die Weiterführung dieser Bahn bis Thorn einzutreten, damit unserer
Stadt nicht der Verkehr mit dem Kulmerlande gänzlich entzogen würde,
doch ist bisher kein Erfolg erzielt worden. Die Kleinbahn Thorn —
Leibitsch, um die auch jahrelang petitionirt wurde, ist jetzt im Bau
begriffen und wird namentlich der Leibitscher Mühle und den an der
Bahn gelegenen Ziegeleien erleichterten Absatz ermöglichen. Die Fort⸗
führung dieser Bahn nach Scharnau wird sicherlich ebenfalls zur Aus—
führung kommen, sobald der Holzhafen in Angriff genommen ist. Die
erste Anregung zu der am 1. Oktober 1902 erfolgten Umwandlung
der Weichselstädtebahn in eine Vollbahn ist ebenfalls von der Handels—
kammer ausgegangen. Verschiedene Wünsche harren allerdings noch
auf Erfüllung, so die Erweiterung des Bahnhofes Mocker und der Bau
eines Bahnhofes auf dem rechten Weichselufer in der Nähe der Stadt.
Auch die Bestrebungen auf Verbesserung der Wasserstraßen fanden
stets die lebhafteste Unterstützung der Handelskammer, so besonders
das Projekt des Mittellandkanals, von dessen Durchführung man sich,
falls damit eine gründliche Verbesserung der östlichen Wasserstraßen