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Hand in Hand gehen würde, für den Absat unserer Produkte nach
dem Westen und den billigen Bezug von dorther stammender Artikel
großen Nutzen versprach. Die Kammer war sich auch darüber klar,
daß erst nach Herstellung dieser Wasserstraße das Projekt der Schiffbar—
machung der Drewenz und der Verbindung des Drewenzsees mit dem
masurischen Seengebiet durch einen Kanal Aussicht auf Erfolg haben
würde.
In dieser Periode fand auch eine Zunahme der Indultrie statt
durch Errichtung zweier Schuhfabriken, ferner eröffnete die Norddeutsche
Kreditanstalt hier eine Filiale, dagegen haben wir auch den Verlust
eines Instituts zu beklagen, nämlich des Wollmarktes, dessen Zufuhren
zuletzt auf O herabgesunken waren, sodaß die Regierung ihn aufheben
mußte.
Im Jahre 1899 fanden die ersten Wahlen für die zu dem
Handelskammerbezirke neu hinzugetretenen Kreise Kulm, Briesen, Löbau
und Neumark statt, die je 2 Mitglieder wählten, sodaß die Kammer
jetzt aus 20 Mitgliedern besteht.
Die nun folgenden Jahre 1900 und 1901 gehören mit zu den
trübsten unseres Erwerbslebens und zwar vereinigten sich zwei
Umstände, um gerade für uns eine möglichst schlechte Lage zu schaffen:
Die allgemeine Industriekrisis und die Mißernten unserer Gegend.
Schon das Jahr 1899 mit seinem hohen Bantkdiskont, seiner Kohlen—
noth und dem Arbeitermangel zeigte, daß an der Wirthschaftsmaschine
etwas nicht in Ordnung sei. Dennoch kam der Niedergang über
raschend, doch hätte er allein in unserem Bezirke keine großen Ver—
wüstungen anrichten können, da unsere Betriebe durchgehends auf
solider Basis stehen, wenn eben nicht die beiden Fehlernten gekommen
wären, die die Kaufkraft unserer Landwirthe vollständig brach legten.
Während 1900 nur Futtermittel fehlten, brachte das Jahr 1901 auch
eine völlige Mißernte in Getreide, sodaß unser Getreidehandel, der
sonst die überflüssigen Getreidemengen nach Auswärts verkaufte, jetzt
die Aufgabe erhielt, das fehlende Getreide herbeizuschaffen aus
Ostpreußen, Amerika und seit längerer Zeit wieder in größerem
Umfange aus Rußland. Durch diesen Umstand waren die Preise hier
verhältnißmäßig hoch und die Mühlenindustrie konnte daher kein Mehl
nach den gewohnten Absatzgebieten bringen und schränkte daher ihren
Betrieb auf das Aeußerste ein. Natürlich wurden durch die Krisis und
die Mißernten auch die anderen Erwerbszweige geschädigt. Wenn
nun auch jetzt in unserem Bezirke nach einer besseren Ernte die Aus—
sichten nicht mehr so trübe sind, so bleibt doch die allgemeine Lage