wenig erfreulich, besonders weil die Unsicherheit über die zukünftigen
Handelsverträge ein Hemmschuh für das Wiedererstarken unseres
Wirthschaftslebens ist.
So feiert denn die Handelskammer das Fest ihres fünfzigjährigen
Bestehens in einer Zeit, die nicht gerade zu besonderer Festfreude
anregt, jedoch auch keinen Anlaß giebt, muthlos zu werden, denn trotz
der bestehenden Unsicherheit über die Zukunft unserer Vertragspolitik
steht doch wohl fest, daß zwischen Deutschland und Rußland ein
Handelsvertrag zu Stande kommen wird, denn beide Länder wissen
genau, daß ihre Interessen dies erfordern. Unsere Interessen erfordern
aber noch die Erweiterung und Verbesserung der Bahnanlagen in
unserem Bezirke und die weitere Regulirung unserer Wasserstraßen.
Wir können daher unseren Rückblick nicht besser endigen als mit den
Schlußworten unseres ersten Jahresberichtes: „Möge Eine Hohe
Regierung unsere lebhaftesten Wünsche betreffs Vermehrung der
Kommunikationsmittel hochgeneigtest berücksichtigen, wir wollen dann
mit neuem Eifer dahin streben, daß Thorn, wenn auch nicht seinen
alten Rang, doch eine achtbare Stellung in der Handelswelt einnehme.“