Vorwort

Über das Schicksal der Zwangsarbeiter in der Sowjetunion sind
wir verhältnismäßig gut unterrichtet. Doch die Zustände, die in den
Zwangsarbeitslagern herrschen, sind so grauenhaft, daß die meisten
Menschen einfach nicht glauben können, daß so etwas im 20, Jahrhundert
 möglich ist. ;
So erklärt es sich, daß die Schilderungen über die Zwangsarbeit
in der Sowjetunion im allgemeinen sehr skeptisch aufgenommen
werden: m
Die vorliegende Untersuchung stützt sich deshalb.ausschließlich
auf authentisches, zum größten Teil sogar amtliches sowjetisches
Material. Auch die Bilder sind amtlichen sowjetischen Quellen entnommen,
 sodaß jedermann die Möglichkeit hat, die Richtigkeit der
Angaben nachzuprüfen. N N
Zu, den in der Broschüre wiedergegebenen Bildern ist zu bemerken,
 daß es sich um getreue Wiedergaben nach den russischen
Originalen des ‚amtlichen Sowjetwerkes „Stalin-Weißmeerkanal“
oder der Sowjetpresse handelt, deren Qualität den Sowjetverhältnissen
 entsprechend schlecht ist. Wir hielten es aber nicht für zweckmäßig,
 die Bilder durch Retusche zu verändern, sondern geben auch
mit ihnen eine ungeschminkte Darstellung der Sowjetwirklichkeit.
Es ist nicht die Aufgabe dieser Arbeit, eine umfassende und
erschöpfende Erhebung über die Zahl der Verbannten, die Verteilung
der Zwangsarbeitslager usw. anzustellen. Vielmehr soll ein Ausschnitt
gegeben werden aus dem Leben dieser Unglücklichen, nüchtern
und ungeschminkt, so, wie es in Wirklichkeit ist. H. 6.