Es sind drei Ziele, die die Sowjetregierung mit der Einrichtung der Zwangsarbeitslager
 verfolgt: ;
1. Ausrottung aller „unerwünschten Elemente“, die unauffällig ist und nicht wie Mord
aussieht.
2. Ausbeutung der Arbeitskraft dieser Todgeweihten.
3. Schaffung eines abschreckenden Beispiels für die übrige Bevölkerung im Hinblick
auf ihre eventuellen Befreiungsversuche von dem fremdrassigen Despotismus.

Der erste Zweck ist unbestritten der wichtigste. Doch auch die Arbeitskraft der
Zwangsarbeiter wird von der Sowjetregierung nicht unterschätzt. Als Waldarbeiter
z. B. liefern die Verbannten so billiges Holz, daß es zu Dumpingzwecken auf dem
Weltmarkt verwendet werden kann, und als Bauarbeiter errichten sie Kanäle, Straßen,
Wasserwehre und andere Baulichkeiten, welche der Sowjetregierung Anlaß geben,
mit dem „sozialistischen Aufbau“ in der Welt zu prahlen. ;
Trotz der ungeheuren Masse der Verbannten reicht dieses Menschenmaterial
zur Verwirklichung der phantastischen „Pläne“ der Sowjetregierung vielfach nicht aus,
da.die Verbannten infolge der in den Zwangsarbeitslagern herrschenden schrecklichen
Lebensverhältnisse oft genau so schnell sterben, wie neues Menschenmaterial angeliefert
 wird.
Aus diesem Grunde geht die Sowjetregierung von Zeit zu Zeit daran, wahre
Menschenjagden zu veranstalten, um die Zwangsarbeitslager aufzufüllen. Dabei werden
Menschen verhaftet und verschickt, die nicht einmal in den Augen der Sowjetregierung
als „unerwünschtes Element“ gelten könnten. Sie werden verhaftet, von ihren Angehörigen
 getrennt und nach den Zwangsarbeitslagern verschickt, wo sie der sichere
Tod erwartet, nur weil die jüdischen Machthaber Arbeitskräfte brauchen, die billiger
sind als tierische Arbeitskraft, .
Eine solche Menschenjagd wurde z. B. im Sommer des Jahres 1935 in zahlreichen
 Gebieten der Sowjetunion veranstaltet. Selbstverständlich schweigt sich die
Sowjetpresse über solche Ereignisse in der Regel aus. Manchmal sickern aber doch
Meldungen darüber durch. So liegt uns eine Meldung der staatsamtlichen „Iswestija“
vor, die einiges über diese Menschenjagd berichtet. Diese Zeitung?) schreibt, daß z. B.
in der Stadt Tscheljabinsk im Laufe von drei Wochen 57 Personen verhaftet wurden
(außer den verhafteten obdachlosen Kindern), gegen die absolut nichts Belastendes
vorgetragen werden konnte. Bei weiteren 50 Verhafteten hat es die Miliz verstanden.
nachträglich eine Bestätigung der Verhaftungen von der Staatsanwaltschaft zu er
halten. .
Dieselbe Zeitung zeigt uns an ein paar Beispielen, wie ein Sowjetbürger über Nach:
zum Zwangsarbeiter werden kann:
„Die Frau des Kolchosarbeiters Abdul Seifulin ist eine Arbeiterin aus einem
Kolchos. Sie besitzt einen Paß, ausgestellt von der Stadt Tscheljabinsk, und hat ein
Zimmer in der Arbeitersiedlung. Seifulin wohnt in einem benachbarten Kolchos und
besucht oft seine Frau. Eines Nachts, als er gerade bei ihr übernachtete, kam die

1) „Iswestija“ vom 22. 9. 1935.