Dieses Konzentrationslager ist der Schrecken der karelischen Bevölkerung, denn es beherbergt
 die obdachlos gewordenen Kinder der verschickten Bauern. Hier sind etwa 4000
Kinder aus den verschiedenen Gebieten der Sowjetunion zusammengepfercht. Es gibt da
weder Schulen noch Werkstätten. Ein großer Teil der Kinder geht jedes Jahr an
Hunger, Krankheiten und Entbehrungen zugrunde. Sehr oft versuchen die Kinder
zu fliehen, doch kommen sie meist in den Sümpfen um, oder sie werden von der Wache
auf der Flucht erschossen?).“ . .
Bekannt ist die sog. „Bolschewo-Kommune‘“ (bolschewskaja kommuna),‘ die ein
GPU.-Lager speziell für Minderjährige darstellt ?). ;
Hier ein Beispiel. über -die „Liquidierung: der Kinderobdachlosigkeit“ : aus. der
sowjetamtlichen „Iswestija®:,;:° ; "# van}
„In die städtische Abteilung für Volksbildung kamen schüchtern drei schmutzige,
obdachlose Mädchen herein.’Sie baten, ihnen Arbeit zu geben. . ; ; ;
‚So! So! Ihr wollt also in. die Fabrik? So seht. ihr aus!‘ — und der Leiter der. städtischen
 Abteilung für Volksbildung lachte laut: auf. — ‚Nun, wir werden euch gleich
unterbringen ... wartet mal im‘ Flur,‘
Die Mädchen gingen heraus, und. der Leiter rief die Miliz an: ‘.. 0
‚Schicken Sie jemand heraus, hier sind minderjährige Verbrecherinnen abzuholen.‘


Nach kaum einer halben Stunde führten zwei Milizsoldaten die drei Mädchen —
Soja Sewastichina, Tamara Michalewa und Nadeschda Galina — nach der nächsten
Milizabteilung. Dort wurde. mit einer bewundernswürdigen Geschicklichkeit und Geschwindigkeit
 ein Strafprotokoll ausgefertigt. Und schon gibt es keine 13jährigen
obdachlosen Mädchen. mehr,. die Hilfe suchten bei der städtischen Abteilung
für Volksbildung, sondern es: sind Mädchen-Rezidivistinnen, gefährliche Staatsverbrecherinnen?).“
 ; .
Und was mit Staatsverbrechern in: der. Sowjetunion geschieht, ist bekannt: sie
werden entweder erschossen ‚oder in die Verbannung geschickt.
Schließlich gehören zu den Verbannten auch kriminelle Elemente: Diebe, Mörder,
Hochstapler, Dirnen. Die Gesellschaft dieses menschlichen Abschaums trägt dazu bei,
das Leben der übrigen Verbannten zu einer Hölle zu gestalten,

1) „UdSSR.-Dienst‘“ Berlin, Nr. 71 vom 18, 10. 1935.
?) „Stalin-Weißmeerkanal‘, Moskau 1934, S. 405 (russ.).
3) „Iswestija‘‘ vom 22, 9. 1935,