Drittes Kapitel

Hilferufe der Verbannten

Die GPU. ist bestrebt, die Zwangsarbeitslager von der Außenwelt hermetisch
abzuschließen und keine Nachrichten über die in den Lagern herrschenden ‚Verhältnisse
herauszulassen. Trotzdem ist es vielen Gefangenen gelungen, Briefe.an ihre‘ Verwandten
 abzusenden, die zum Teil auch ihre Empfänger erreicht haben. Aus begreiflichen
 Gründen beschränken sich die Verfasser dieser Briefe darauf, nur mit ein paar
Worten um Hilfe.zu bitten. Diese Bittbriefe sind deshalb meistens kurz und enthalten
gewöhnlich keine Einzelheiten über die Lebensverhältnisse in den‘ Zwangsarbeitslagern.
 Trotzdem sind sie für uns wertvolle Dokumente. Man ahnt, was sich hinter
den. knappen Sätzen verbirgt.
Ich lasse deshalb einige Briefe von verbannten Bauern folgen. Sämtliche wiedergegebenen
 Briefe sind im Original (mit Briefumschlägen) vorhanden. Be
„Lieber Bruder wenns möglich ist so sei so freundlich. und söorg uns Hilfe weil so
schwer ist hier zum leben. Wir sind eine Familie von 5 Menschen ohne Vater nur eine
arbeitet das ist.sehr schwer für uns. 5 Jahre schon hier im Wald und sehr arm leben
wir das fällt mir zu schwer als eine Witwe mit den Kindern drum bitte ich dich s0 sehr
sage mir meine schwere Bitte nicht ab ich werde dir herzlich dankbar sein dafür.
Sei so freundlich lieber Bruder ich weiß vor Not nicht mehr wohin wir sind nakt
und bloß drum sei so gut und hilf uns wenns möglich ist so sag mir meine Bitte doch
nicht ab sei so freundlich lieber Bruder mit bestem Dank.“ Ve
„Lieber Freund ich deutscher russischer Untertan möchte gerne ein klein Bericht
bitten. Es haben schon manche erhalten von euch Liebesgaben für die Hungrigen
und bitte auch ich um erbarmende Hände mit Frau und Kinder in der Verbannung
wenns möglich wäre uns eine‘ Liebesgabe zu schicken bitte wenigstens Antwort und
sine rechte Adresse wir sein 6 Seelen wenn sie diesen Brief empfangen.“
„Liebe Schwester ich .komme mit einer großen Bitte an dich und bitte wenn
möglich ist ein wenig zu helfen denn ich bin in großer Not es geht mir sehr schlecht
nämlich ich befinde mich in der Verbannung ich bin verschickt worden und du kannst
dir ja denken wegen was darum tue ich dich von Herzen bitten du möchtest so gut
sein und senden mich ein wenig Hilfe, bitte entsage dich doch nicht von meiner Bitte.“
„Lieber Freund als Deutsche wende ich mich nochmals an ihnen mit der Bitte
vielleicht könnte ich etwas Unterstützung durch ihnen erhalten. Ich noch mit Kindern
sind für 6 Jahre in der Verbannung. Drei davon sind Schulkinder mein Gatte und ein
erwachsener Sohn sind hier schon gestorben im Urwald. Unsere Lage ist sehr schwer.
Darum bitten wir nochmals.“ ;
„Liebe Schwester. Wir sind gezwungen sich an ihnen zu wenden mit der großen
Bitte uns zu helfen mit Unterstützung denn die Lage ist so schlecht daß es nicht
möglich ist zu leben, Wir sind im Lager bekommen wenig essen. Zu kaufen bekommen
wir nichts haben auch kein Geld wir.bitten ihnen zu berichten ob sie uns helfen wollen
wir sind Baptisten drei Seelen.“

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