Das Dekret des Rates für Arbeit und, Verteidigung (STO.) vom 18. Februar 1931
bestimmte deshalb, daß nur solche Materialien zum Bau des Weißmeerkanals verwendet
 werden durften, die in Hülle und Fülle vorhanden waren und für andere
Arbeiten nicht gebraucht wurden. Außerdem durften nur einfache und billige Konstruktionen
 angewandt werden!).
Trotz dieser Einschränkungen: sollte aber auch hier ein „Rekord“ aufgesteiic
werden, der die Welt in Staunen ‚versetzen sollte: Der Kanal sollte in 20 Monaten
fertig sein!
Es waren also 3 Faktoren, die die Arbeit außerordentlich erschwerten: ;
1. Die selten ungünstigen natürlichen Verhältnisse.
2. Der Mangel an erforderlichen Mater‘slien und Ausrüstungen.
3. Die außerordentlich kurze Frist.

Das Zusammenwirken allein dieser Faktoren mußte das Leben der Gefangenen
zur Hölle machen. Doch wir werden sehen, daß die Tschekisten noch viele andere
Methoden hatten, um diese Unglücklichen ins Jenseits zu befördern.

Die Leitung

Das gesamte Unternehmen des Kanalbaues wurde der CPU. übertragen. Zum Leiter
wurde der damalige stellvertretende Vorsitzende (und jetzige Chef) der GPU. — des
Innenkommissariats, wie man seit .1935 sagt. —, der Jude Jagoda bestellt?).
Die GPU.-Leitung des Unternehmens bestand aus 37 Personen. Die wichtigsten
Jarunter außer Jagoda waren: .

Matweij Davidsohn Berman, Chef der Hauptlagerverwaltung der GPU.
Lazarus Josephsohn Kogan (Kohn), Chef der Weißmeerbauten.
Simon Grigoriewitsch Firin, Chef des Kanallagers.
Jakob Davidsohn Rappoport, Stellvertreter von Kogan und Berman.
Naftalij Aronsohn Frenkel, Chef der Arbeiten.
Grigorij Davidsohn Afanasjew, Chefingenieur.
Samuel Davidsohn Kwasnizkij, Politischer Erzieher.
Abraham Isaaksohn Rottenberg, Chef des Strafisolators und Leiter der Gottlosenaktion.
Ginsburg, Lagerarzt.
Brodski, Kommandant der Bewachungstruppen.
Berensohn. Dorfmann, Kagner, Angert, Leiter der F. inanzabteilung der GPU.-Lager.

Der Chef der Hauptlagerverwaltung der GPU., Matweij Davidsohn Berman, ist
einer der bekanntesten Tschekisten. Er wurde bereits im Jahre 1927 (am 16, 12.
1927) von der Sowjetregierung durch den Orden der Roten Fahne ausgezeichnet?).

1) Ebenda, S. 82,
?) Ebenda, S. 12 und 50.
%) „Prawda‘, vom 18. 12. 1927.

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