ihre Lebensmittelrationen oft einen Monat im voraus und bestahlen sich gegenseitig.
um die Schulden abzutragen. .Wer nicht beglich. wurde totgeschlagen oder zum
Krüppel gemacht‘!).“ ;
Infolge der schweren Arbeit und der schrecklichen Lebensverhältnisse starben
die Menschen wie die Fliegen. „Morgens gehen sie zur Arbeit, müde, nicht ausgeschlafen,
 auf die Füße starrend. Ab und zu werden Schimpfworte gewechselt ?).“
Von der unmenschlichen Arbeit sind. sie manchmal „wie betrunken?)“. „Das
Gefühl der vollkommenen Abgeschiedenheit und Isolierung weckte Verzweiflung...
Diejenigen, die sich aus Verzweiflung: weigerten, zu arbeiten, wurden auf verkleinerte
Rationen gesetzt. Aber auch dann weigerten sich viele... Schlecht arbeitend und
hungernd, wurden sie Opfer der Läuse und Krankheiten 4).“

Frauen in den Zwangsarbeitslagern ;

So schrecklich auch das Los der verbannten Männer ist, so ist doch das Schicksal
der Frauen ein unendlich schwereres. Mit ihrem schwachen Körper müssen sie dieselbe
Arbeit verrichten, wie die Männer. Wie sie sich aber in ihrer Frauenwürde erniedrigen
lassen müssen, kann mit keinen Worten geschildert‘ werden.
„In den ersten Tagen können die Frauen die Erdarbeiten nur unter den allergrößten
 Anstrengungen bewältigen. Eine Frau spuckt im Vorbeigehen auf eine Handkarre-mit
 einem so schrecklichen Ausdruck des Hasses, daß die verblüffte Wache
wußer den Worten ‚Aber Frau, aber Frau . ..‘ nichts sagen kann®).“
Eine Frau erzählt: „Ich bin schwächlich und mager. Durch den Pelz könnte man
alle Rippen zählen, In unserer Brigade waren überhaupt keine starken Frauen ...
Ich fing ar, mit der Handkarre zu ‚arbeiten. Die Böschungen sind hoch. Durch das
Karren Werden die Sehnen gezerrt. Sogar die Finger werden beim Anfassen weiß. Die
ersten Tage wollte ich mich hinwerfen und -'heulen®).“
Am 8. Februar 1933 wurde ‚von der GPU. ein Dekret herausgegeben, welches ein
wichtiges Dokument darstellt, und aus dem einiges über die Lage der Frauen in den
Zwangsarbeitslagern hervorgeht (auszugsweise Übersetzung):
„Befehl Nr. 54
der Hauptlagerverwaltung der GPU. für das Weißmeer-Erziehungslager der GPU.
Station Medweschja gora , 8. Februar 1933.
L. In einigen Abteilungen werden die Frauenabteilungen schlecht geleitet, sie. sind
mangelhaft eingerichtet und werden in einem ‚unhygienischen Zustand gehalten.
Die meisten Frauenarbeitskollektive haben keine Küchen, oft werden trockene
Lebensmittelrationen ausgegeben, wodurch die Ernährung verschlechtert wird.
Die medizinische Betreuung und die sanitäre Lage sind ungenügend. Den Frauen
wird nicht immer ärztliche Hilfe gewährt.
3) „SWK.*“, S. 171. *) „SWK.“, S. 272. 3) „SWK.“, 5. 289. *‘) „SWK.“. S. 301.
') „SWK.“, 5. 91, 8) „SWK.‘, S. 306.

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