der Baufrist (1. Mai). Eine Verschiebung der Frist kann und wird nicht gestattet
werden. Der Kanal soll zum 1. Mai fertig sein.

Ich befehle: .

Der ganze Tschekaapparat sowie der verwaltungs- und ingenieurtechnische Apparat
des Lagers und des Bauunternehmens ist in einen Kriegszustand zu versetzen,
indem an Stelle der Lagerabteilungen ein Kriegsstab unter F ührung handfester
Tschekisten (von mir hervorgehoben H. G.) zu bilden ist. Als Hilfskräfte sind diesen
Tschekisten Ingenieure zu geben, welche das neue Arbeitstempo sichern können...
Überall, wo es nur möglich ist, soll in drei Schichten gearbeitet werden. Es ist entsprechend
 für Beleuchtung, Ausrüstung und Materialien zu sorgen.
Jeder, der falsche Angaben über den Verlauf der Arbeiten machen oder das Kriegstempo
 auf eine andere Weise sabotieren wird, ist ungeachtet seiner Person dem
Gericht zu übergeben !).“
Besonders schwierig hatte sich die Lage an den Seen Wadlosero und Matkosero
gestaltet. Zwischen diesen Seen mußte rechtzeitig eine Verbindung hergestellt werden.
falls der Kanal überhaupt 1933 fertig sein sollte. Diese Verbindungslinie trug den
Namen Wodorasdelnyi-Kanal.
Vom Zentralstab wurde ein Befehl erlassen:
„An alle Abteilungschefs, an das technische Personal, an die Kanalsoldaten!
Hiermit wird Arbeitssturm verfügt ... Um den Wodorasdel wird nach den Regeln
der Kriegstaktik gekämpft. Der Sturm beginnt am 7. Januar. .Er wird vom Stab geleitet
 2).“
Dreißigtausend Zwangsarbeiter werden aus den entlegensten Lagern nach dem
Wodorasdel gebracht. In Ermangelung von Baracken müssen sie hier (im Januar)
in Erdlöchern hausen). .
Es wird die Losung herausgebracht:
„Wir werden den kalten Januar in einen siegreichen heißen Juni verwandeln.“
Gegen die mit der Arbeit Zurückbleibenden wird ein „erbarmungsloser Kampf“
verfügt).
Der Sturm beginnt am 7. Januar. „Die Menschen und die Felsberge kennen keine
Ruhe**5). Die Menschen arbeiten im Wasser stehend. Das Wasser ist eiskalt. Sie sind
halb erfroren. Sie arbeiten auch nachts, „was natürlich nicht bedeutet. das sie tagsüber
 schlafen ®).“ -
Die Menschen arbeiten fieberhaft. Sie schaffen 150. sie schaffen 160 % der festgesetzten
 Normen. „Sie wühlen im Boden 48 Stunden ohne Pause und ohne Schlaf,
Schlaftrunken gehen sie in die Baracken. Es brummt in ihren Köpfen, Sie haben das
Gefühl. als ob sie die Handkarrengriffe noch in den Händen halten ’).“
„Jemand schläft beim Arbeiten ein. Er fällt nieder, schläft fünf Minuten. Wasser
wird ihm eingeflößt. Er reibt die geschwollenen Lider und arbeitet weiter®).“
N) „SWK“, S. 265. 3) „SWK“, S. 269. 3) „SWK“. S. 272, *) „SWK“, S, 273,
) „SWK“, S. 274, %) „SWK*, S. 280. ’) „SWK.“, S, 284, %) „SWK.‘“, S. 292.

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