Am

Augenblicke ganz vernünftigen Motive der Handlungsweise
der Vereinigten Staaten; trotzdem muß man ihnen den kleinlichen
 Gesichtspunkt und das Fehlen des Solidaritätsgefühls
vorwerfen, welche die kontinentale Annäherung so weit hinausgeschoben
 haben, indem sie in dem Gedächtnis der Iberoamerikaner
 einen Stachel zurückließen, den spätere Vorkommnisse
 gerechtfertigt und vertieft haben.%)
Die Absicht, Kuba und Portorico zu befreien, scheint sich
während der argentino-kolumbianischen Unterredungen von
Chuquisaca (1825) infolge der Ankunft eines hochangesehenen
kubanischen Geschäftsmannes in Lima befestigt zu haben.
Der Präsident des obersten Gerichtshofes von Peru, Manuel
Lorenzo de Vidaurre, schrieb an Bolivar vom Kubaner Iznaga,
„daß dessen heißester Wunsch ist, sein Vaterland befreit zu
sehen, und daß er das von niemand anders erwartet als
von dem, der den Rest Amerikas befreit hat“. Bolivar
sammelte die nötigen Daten für eine Expedition. Die Regierung
von Kolumbien stand dem Unternehmen wohlwollend gegenüber
 und hatte zu dem Zweck schon einen Vertrag mit Mexiko
geschlossen, wonach die Vorbereitungen zur Bildung einer
Flotte getroffen waren. Soweit war die Angelegenheit schon
gediehen, als Clay am 20. Dezember 1825 den Ministern von
Kolumbien und Mexiko eine Note sandte, in der er dafür eintrat,
 die Unternehmung in der Schwebe zu belassen, bis der
Kongreß von Panamä darüber beschlossen hätte; Kolumbien
entsprach dem Wunsche der Vereinigten Staaten; von Mexiko
weiß man nur, daß es von der Note unangenehm berührt war.
{m August 1825 schlug Canning Frankreich und den Vereinigten
 Staaten eine Erklärung der drei Mächte vor, in welcher
jede Absicht, sich Kubas zu bemächtigen, abgewiesen und gegen
die Besetzung der Insel durch irgendeine der anderen Mächte
protestiert wurde. Die Vereinigten Staaten wiesen die Erklärung
 zurück, „um nicht den Argwohn des Königs von
Spanien zu erregen, daß eine seiner Kolonien durch eine andere
Macht erobert werden sollte, was den Krieg mit seinen
Kolonien nur verlängern würde, zumal es infolge seiner friedlichen
 Politik und der bewiesenen Duldsamkeit unnötig sel,
irgendeine Erklärung abzugeben“. Aber zur selben Zeit, als

66) Roqaue Saenz Pefia. Derecho Publico Americano. Escritos y
Discursos. Buenos Aires, Talleres Gräficos de la Penitenciaria
Nacional. 1905. Los Estados Unidos de Sudamöerica, La doctrina
de Monroe y su evoluciön. Man beachte besonders Seite 150 u. ff.
Oliveira Lima. Pan-Americanismo, ‘ (Monroe-Bolivar-Roosevelt.) Rio
de Janeiro-Paris, Garnier. 1907, 53 und anderwärts,