Nordamerika davon absah, auf die vorgeschlagene Vereinbarung
 einzugehen, stellte es die Ansicht auf, daß „Frankreich
sich dazu durch einen feierlichen und bindenden Akt verpflichten
 müßte“. Frankreich weigerte sich, worauf die Vereinigten
 Staaten es wissen ließen, daß sie niemals die Besetzung
 Kubas und Portoricos seitens Frankreichs zulassen
würden.) ;
Angesichts des Programmes des Kongresses von Panamä,
welcher öffentlich den Willen, die beiden Antillen selbständig
zu machen, aussprach, ist die Handlungsweise der Vereinigten
Staaten als Land, das stets die Freiheit und Souveränität der
amerikanischen Gebiete pries, sehr lehrreich. In der schon
mehrfach angeführten Botschaft von Adams an das Abgeordnetenhaus
 vom 15. März 1826 wird bestätigt, daß Nordamerika
niemals den Ergebnissen des Kongresses von Panamä gleichgültig
 gegenüberstehen könne, soweit sie einen feindlichen
Einfall in die zwei Antillen beträfen, wegen der eigenartigen
Zusammensetzung seiner Bevölkerung (farbiges Element) und
wegen der Gefahr, daß sie in die Hände einer anderen
nichtspanischen Macht fallen könnten. Nach diesen
kurzen Redewendungen ließ man durchblicken, daß es unnötig
 wäre, sich über die Einzelheiten weıter auszulassen.®)
Das war für die Öffentlichkeit. Aus den geheimen Anweisungen
 an die Delegierten geht mit genügender Deutlichkeit
 der Gedankengang der Vereinigten Staaten hervor. Die
wirklichen Bewegzründe, welche die nordamerikanische
Politik leitete, gesteht man nicht ein, weil man sie den jungen
Republiken, die in Panamä vertreten waren, verschleiern
wollte, aber man merkt den Plan Nordamerikas, der nichts
anderes bezweckte, als von vornherein die fraglichen Gebiete
für sich selbst zu reservieren. Die Vereinigten Staaten, so heißt
es, wünschen keine Veränderung auf Kuba, „sie wünschen nicht
die Übertragung der Macht oder die Abtretung an irgendeine
der amerikanischen Mächte“, was diese letzteren niemals beabsichtigt
 hatten. Eine militärische Expedition gegen Kuba
„wäre ein Eroberungskrieg”, währenddessen die Interessen
der anderen Mächte, die jetzt neutral sind, in ernstliche Mitleidenschaft
 gezogen werden könnten; „der Ausgang des Krieges
kann das Gleichgewicht und die Stetigkeit der Macht in Westindien
 stark beeinflussen; die Vereinigten Staaten könnten
gegen ihren Willen durch die Ereignisse mitgerissen werden“.

87) Moore, gen. Werk, 457 u. ff.
88) Int. Am, Conf. IV, 44.