Das Flaschenbiergeschäft und seine
Entstehung.

Um eine Grundlage für die folgenden Ausführungen zu schaffen,
wird es nötig sein, zunächst den Begriff des zu untersuchenden
Gegenstandes festzulegen. Unter einem Flaschenbiergeschäft werden
wir ein Unternehmen zu verstehen haben, welches sich mit dem Vertrieb
 von auf Flaschen gefüllten Bieren abgiebt. Zwei Formen
kommen bei diesem Vertrieb hauptsächlich in Frage: der Verkauf
über die Strasse und die auf Bestellung erfolgende Lieferung ins Haus,
Bei letzterer Form handelt es sich naturgemäss um grössere Quantitäten,
 da sonst die Lieferung, zumal wenn der Kunde weit entfernt
wohnt, unlohnend sein würde. Wir können diese Lieferung von auf
Flaschen gefülltem Bier in grösseren Quantitäten gegenüber der allgemeinen
 Definition als Flaschenbierlieferungsgeschäft bezeichnen.
Die Vorbedingung jedes Flaschenbiervertriebes ist die Möglichkeit
des Abzuges von Bier auf Flaschen. Die Natur des Bieres ist dabei
das Entscheidende, In Deutschland liegen in dieser Beziehung die
Verhältnisse derartig, dass im allgemeinen zwischen untergährigem und
obergährigem Bier ‚unterschieden werden muss. Das untergährige
Lagerbier, welches vornehmlich in Süddeutschland, speziell in Bayern
fast ausschliesslich genossen wird, kann auf Flaschen gezogen werden,
aber fast allgemein ist die UVeberzeugung, dass dieses Bier „frisch
vom Fass“ weit bekömmlicher und besser ist, als das auf Flaschen
gezogene. Das in Norddeutschland und. speziell in Berlin früher
allgemein, aber auch heute noch im grossen Masse konsumierte
obergährige Bier muss auf Flaschen gezogen werden, weil es in