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möglichst frisch zu liefern. Andererseits besteht gerade bei dem Bezug
von Fassbier oft die Gefahr „nicht frisches“ Bier zu erhalten. Die
Gastwirte sind bemüht, möglichst grosse Fässer aufzulegen, weil sie
bei dem Bezuge von Bier umso besser fortkommen, je grösseres Gemäss
 sie nehmen (eine ganze Tonne kostet weniger als 4 Vierteltonnen)
und infolgedessen lässt sich tagelanges Lagern nicht vermeiden. Auch
liegt die Regulierung der Temperatur in den Händen des Empfängers,
während dieselbe bei dem Bezuge von Bier vom Fass nur schwer
ist. 'So dürfte ersichtlich sein, dass die Qualität des Flaschenbieres
seiner Verbreitung nicht hinderlich sein kann.
Eine Thatsache lässt sich allerdings gegen den Flaschenbierversand
 anführen, die ihm vielleicht bei einem Teile der Konsumenten
nicht zur Empfehlung gereicht: er beruht fast durchweg auf Barzahlung.
 Der kleine Viktualienhändler, der das Bier selbst erst in
Flaschen vom Bierhändler bezieht, mag seinen Kunden, die bei ihm
neben anderen Waren auch Bier holen, Kredit gewähren, ebenso der
Kolonialwarenhändler und der Gastwirt. Sie alle haben Gelegenheit,
sich über. die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden näher zu unterrichten,
sie vielleicht täglich zu sehen und wenden deshalb nichts dagegen
ein, wenn vom 20. des Monats oder von der Mitte der Woche ab
„angeschrieben“ und nach Empfang des Gehaltes oder des Lohnes
gezahlt wird. Der Bierhändler, der in den meisten Fällen den Kunden
nur dem Namen nach kennt, kann sich hierauf natürlich nicht einlassen,
 wenigstens nicht, soweit es sich, wie in diesen Ausführungen.
um Privatkunden handelt. Geht dem Flaschenbiergeschäft hierdurch
auf der einen Seite ein Teil der Kundschaft verloren, so trägt doch
andererseits das Prinzip der Barzahlung auch zu seiner Konsolilierung
 bei.