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Viktualienhändler, bei welchen letzteren das Bier unter den zum
Verkauf gelangenden Viktualien an erster Stelle gestanden zu haben
scheint. Neben den Viktualienhändlern kommt schliesslich noch der
Material- oder Kolonialwarenhändler, auch wohl einfach „Kaufmann“
genannt, in Betracht.
Diese drei letzteren Geschäftszweige müssen wir näher ins Auge
fassen, um über die Natur. des Bierlieferungsgeschäftes in den ersten
Jahren seiner Entwicklung Klarheit zu erhalten. Es sind vorher die
sachlichen Gründe namhaft gemacht worden, welche für den Bierbezug
in grösseren Quantitäten sprechen. Der äussere Anlass zu einem
solchen Bierbezug konnte ja leicht gegeben sein, z. B. bei Festlichkeiten
 in der Familie oder sonstigen besonderen Gelegenheiten, welche
ainen starken Bierkonsum voraussehen liessen. Da es sich in einem
solchen Fall wohl um die Abnahme von 15—20 Flaschen handelte,
so berechnete der Lieferant auch einen ermässigten Preis bezw. gab
eine oder zwei Flaschen mehr, als er nach dem Detailpreis zu liefern
verpflichtet war. Eine gewisse Bequemlichkeit *) und die Absicht,
dauernd diesen Rabatt zu erhalten, waren unter den angeführten
Gründen wohl die augentälligsten und daher zunächst wirkenden,
welche den Einzelfall zu einer dauernden Gepflogenheit machten. In
der ersten Zeit hat sich der Kundenkreis des Bierhändlers gewiss nur
über die nächste Nachbarschaft erstreckt. Dann konnte es aber wohl
vorkommen, dass jemand aus der Nachbarschaft fortzog, das Bier
aber noch von seinem früheren Lieferanten beziehen wollte; Verwandte
und Bekannte des Bierhändlers . aus anderen Stadtteilen kamen hinzu,
und so begann das Lieferungsgeschäft seinen anfänglichen Charakter
als Gelegenheitsgeschäft aufzugeben und ein planmässig auf Erwerbung
 von Kunden zum Zwecke des Absatzes grösserer Quantitäten
Bier gerichteter Geschäftsbetrieb zu werden.
Dass für Berlin dieser Charakter dem Bierlieferungsgeschäft schon
frühzeitig aufgeprägt wurde, ist vorher gezeigt worden. Wenn man
aun die Namen derjenigen, welche die citierten Annoncen veröffentlicht
 haben, im Adressbuch nachschlägt, so findet man bei der Mehrzahl
 von ihnen die Bezeichnung „Kaufmann“. Im Berliner Sprach-°)

 Z. B. die Unlust des Treppensteigens bei dem Aufkommen der
hohen vierstöckigen Häuser.