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Weissbieres an dem genannten Berliner Bierkonsum auf ca. 30 %. In
Wirklichkeit dürfte sich aber das Ergebnis noch ungünstiger stellen,
denn es ist bekannt, dass das Berliner Weissbier in grossen Mengen
nach aussen versendet wird; sein Anteil an der Ausfuhr wird daher
vermutlich bedeutend höher sein, als derjznige an der Produktion.
Wenn in den letzten Jahren die Produktion des Weissbieres absolut
und z. T. auch relativ gestiegen ist (1883/84 war der Anteil‘ des
Weissbieres an der Produktion, d. h. ohne Berücksichtigung der
Ausfuhr auf 30,06 °% gefallen). so ist diese Erscheinung neben anderen
Gründen vielleicht darauf zurückzuführen, dass die Berliner Weissbierbrauereien
 für den.Rückgang des Berliner Weissbierkonsums in der
Provinz einen Ersaiz gesucht und gefunden haben. Ob mit dem
Aussterben des alten Berliuertums auch der Konsum von Weissbier
aufhören wird, kann dagegen stark bezweifelt werden. Vielfach wird
das Weissbier heute von den weniger wohlhabenden Klassen schon
wegen seiner Billigkeit dem bayrischen Biere vorgezogen, die Versendung
 kleiner und kleinster Gebinde, (allerdings handelt es sich bei
dieser Versendung um schwächer eingebrautes (einfaches) Weiss- oder
Braunbier) z. B. zum Preise von 1 Mark nebst pfandlosem Hingeben
von Utensilien, welche zum Selbstabzug nötig sind, hat den Absatz
des Weissbieres bedeutend gesteigert, auch scheint es, als ob ein
Teil der Arbeiterschaft seit dem Boykott gegen die Lagerbier-Brauereien
 (1894) sich vielfach mit dem Weissbier wieder befreundet
hätte. Namentlich in den Arbeitspausen wird von den Arbeitern
auch heute noch vielfach beim Gastwirt Weissbier konsumiert,
während in der Fabrik fast nur bayrisches Bier getrunken wird,
hauptsächlich deshalb, weil das bayerische Bier bequem „aus der
Flasche“ getrunken werden kann, was beim Weissbier nicht der Fall
ist. Es ist bedauerlich, dass in den Aufzeichnungen über Import und
Export des in Berlin konsumierten bezw. produzierten Bieres ein
Unterschied zwischen obergährigem und untergährigem Bier nicht
gemacht wird. Eine solche Unterscheidung allein würde uns in den
Stand setzen, genau den Anteil beider Bierarten am Berliner Konsum
festzustellen. Jedenfalls ist bei Betrachtung der mitgeteilten Zahlen
und für daraus später zu ziehende Schlüsse daran festzuhalten, dass
die Höhe der Weissbierproduktion allein für den Anteil am Gesamtkonsum
 nicht genügende Anhaltspunkte bietet.