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Einwirkung der Konsumtionsverhältnisse auf das
Flaschenbierlieferungsgeschäft.
Die Erhöhung des Bierkonsums und die Veränderung des Anteils
der beiden Biersorten an ihm beeinflusste das Flaschenbiergeschäft und
speziell das Flaschenbierlieferungsgeschäft in günstigem Sinne.
Verschiedene Gründe wirkten in besonders günstiger Weise auf die Ausbreitung
 des letzteren. In erster Linie die Vermehrung der Fabriketablissements.
 Nach Wiedfeldt sind in den Jahren 1869—1892
nicht weniger als 1638 polizeiliche Konzessionen zu Fabrikbauten
erteilt worden, die grösste Zahl 204 bezw. 196 in den Jahren 1872
und 1873, die geringste 16 und 10 in den Jahren 1879 und
1878. Gerade in den Fabriken wird aber fast nur Flaschenbier konsumiert.
 Es ist in jedem Betrieb mit einer grösseren Zahl von
Arbeitern so gut wie ausgeschlossen, dass das Bier in Gläsern oder
Krügen aus der benachbarten Gastwirtschaft geholt und nur in den
allergrössten Etablissements wiederum ist es möglich, dass das Bier
selbst abgezogen wird. So mussten die ausgedehnten Neugründungen
und Hand in Hand damit die Vergrösserungen der bestehenden
Fabriken den Flaschenbiervertrieb mächtig fördern, und den Flaschenbierhändlern
 regelmässige Abnehmer grösserer Quantitäten zuführen.
Nicht so regelmässig und mit einem Risiko verknüpft, aber den
Flaschenbierhandel auch sehr steigernd, war die Lieferung an die bei
den Bauten beschäftigten Arbeiter. So lange in Berlin fast allein
Weissbier produziert wurde, war der Konsum auf den Bauten nur
gering. Direkt aus der Flasche konnte das Weissbier nicht genossen
werden, es in Gläser zu schänken war zu umständlich, da der Standort
der Arbeiter nicht derselbe blieb und die Gefahr bestand, dass bei
etwaiger Ungeschicklichkeit das Glas mit dem Bier umgeworfen wurde.
Der Genuss von Bier beschränkte sich daher meist auf die Arbeitspausen.
 Seit Einführung des bayrischen Bieres vollzieht sich der
Konsum in viel einfacherer und bequemer Weise: der Arbeiter steckt
eine oder mehre Flaschen in die Tasche und trinkt je nach Bedürfnis.
Da der Beruf der Bauarbeiter namentlich im Sommer, wo dieselben
der sengenden Hitze schutzlos ausgesetzt sind, ein sehr schwerer und
anstrengender, andererseits aber auch die Entlohnung in den meisten
Fällen eine gute ist, so wird auf den Bauten sehr viel Bier getrunken.