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es kommen manchmal auf jeden Mann im täglichen Durchschnitt 6
bis 10 Flaschen. Wenn diese Verhältnisse auch bereits in den ersten
Jahrzehnten nach der Einführung des bayrischen Bieres sich eingebürgert
haben, so haben sie doch erst seit den siebziger Jahren erhöhte Bedeutung
 erlangt. KEinesteils aus dem Grunde, weil die Bauwut der
Gründerjahre überhaupt den Berufszweig der Bau-Unternehmer und
Bau-Arbeiter in den Vordergrund stellte,*) andererseits weil infolge
der grossen Nachfrage nach Bauarbeitern auch deren Disziplin in der
Arbeit mehr gelockert und infolgedessen für den Biergenuss während
der Arbeit keine hemmenden Vorschriften gegeben wurden. Seit den
siebziger Jahren ist die Bauthätigkeit mit wenigen Ausnahmen eine
geregelte gewesen, im Durchschnitt der Jahre 1869—1895 wurden
jährlich in Berlin 4795 Neubauten ausgeführt. Auf diesen Bauten
wird durchweg Flaschenbier konsumiert, Lieferant ist nur in wenigen
Fällen und bei „kleinen“ Bauten der Gastwirt, in den meisten
Fällen der Flaschenbierhändler. Ein Risiko ist mit der Lieferung
allerdings insofern verbunden, als die Flaschenverluste in der Regel
ziemlich bedeutende sind,
Schliesslich ist noch eine Erscheinung zu erwähnen, welche an
dieser Stelle kürzer behandelt werden kann, weil auf sie bereits in
der allgemeinen Betrachtung über die Gründe zur Ausbreitung des
Flaschenbierversandgeschäfts hingewiesen ist. Es war erwähnt worden,
dass die weite Entfernung von einer Bezugsquelle für Fassbier, oder
von einem Einzelverkauf von Flaschen das Flaschenbierversandgeschäft
beförderte. In Berlin haben sich nun einige Stadtviertel abgesondert,
welche speziell nur für die wohlhabenden Kreise bestimmt sind, da
durch die Höhe der Miete schon jeder, der nicht zu den „oberen
Zehntausend“ — in Berlin sind es aber beträchtlich mehr! — gehört,
abgeschreckt wird, dort sein Heim aufzuschlagen. Es sind dies in
Berlin sowohl das Bellevue-, als das Hansa- und Tiergartenviertel,
ferner die Gegenden in der Nähe des Zoologischen Gartens bis
Wilmersdorf hinauf und die Villenkolonie Grunewald, In diesen
Stadtteilen giebt es wohl „Restaurateure“ aber keine Gastwirte und
da nur die letzteren in grösserem Maassstabe sich mit dem Verkauf

Es wurden Neubauten genehmigt: 1869: 2473. 1870: 2576,
1871: 3789, 1872: 6331, 1873: 6076, 1874: 6556. 1875: 6278; die 1874
arreichte Zahl ist bis ın die Gegenwart nur einmal überschritten worden.