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über die Strasse befassen, so sind die Bewohner dieser Gegenden aui
den Bezug von Flaschenbier aus einem Flaschenbierlieferungsgeschäft
direkt angewiesen. Sie können zwar auch Bier in Flaschen einzeln
vom Viktualien- oder Kolonialwarenhändler kommen lassen, letzterer
bezieht aber sein Bier auch erst vom Händler, sodass auf alle Fälle
aäine Steigerung des Versandes von Flaschenbier erreicht wird. Dass
ähnliche Erscheinungen auch in anderen Städten vorliegen, ergiebt
sich aus dem Hinweis eines Leipziger Bierverlegers (des Vorsitzenden
des dortigen Vereins), der die Existenz des Leipziger „Gewandhausviertels“
 als eine Stütze für das dortige Flaschenbierveschäft bezeichnete.

Die Weiterentwicklung des Berliner Brauereigewerbes.

Hand in Hand oder doch vielfach im Anschluss und im Zusammenhang
 mit den hier angeführten Thatsachen, hat nun diejenige
Umwandlung sich vollzogen, welche für den Flaschenbiervertrieb im
allgemeinen, für seine Form im speziellen von allerhöchster Wirkung
 wurde: die Entwicklung der Berliner untergährigen
Brauereien zum Grossbetrieb und infolge davon die Uebernahme
 des Flaschenbiervertriebes in eigene Regie. Bis in
die Mitte dieses Jahrhunderts trugen die Berliner Brauereien noch
durchweg den Charakter von Kleinbetrieben an sich, 1845 produzierten
die 12 Weiss- und 18 Braunbierbrauereien im Ganzen 145 355 t Bier.
d. h. es kamen auf jede Brauerei noch nicht 5000 t im Durchschnitt.
In welcher Weise das nach bayrischer Art gebraute Lagerbier sich
in Berlin dann Eingang zu verschaffen wusste, ist an anderer Stelle
bereits dargelegt worden. Hatte es 1838 3 bayrische Brauereien in
Berlin gegeben, so ist ihre Zahl schon zehn Jahre später (1848) aut
14 gestiegen und gegen Ende der sechziger Jahre giebt es in Berlin
20 Brauereien, welche bayrisches Bier produzieren, darunter eine
Aktiengesellschaft. In der Zeit, in welcher die Gesamtproduktion an
bayrischem Bier der des Weissbieres gleichkommt, ist die Durchschnittsproduktion
 bei den bayrischen Brauereien bereits höher als
bei den Weissbierbrauereien, sie betrug bei ersteren im Jahre 1870
26847, bei den letzteren 20 513 hl.
Als nun zu Anfang der siebziger Jahre das Gründungsfieber in
Berlin grassierte, wandte sich die Spekulation in augenfälligem Maasse