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Vorteil sah das Publikum auch darin, dass auf den hübsch etiquettierten
Flaschen durch eine besondere Etiquette auch der Tag des Abzuges
vermerkt war, sodass sich das Publikum jederzeit davon überzeugen
konnte, ob es frisches Bier vor sich hatte oder nicht. Sobald erst ein
geregelter Absatz nach den verschiedenen Stadtteilen sich entwickelt
hatte, waren zudem die Brauereien in der Lage, das Bier in regelmässig
 guter Qualität, d. h. nicht zu „alt“ und nicht zu „Jung“ zu
liefern — im Gegensatz zu vielen Bierverlegern, welche bei ihrem
kleinen Absatz oft in die Lage kamen, zu frisches oder zu lange
gelagertes Bier abgeben zu müssen. Vielfach wird von den Bierverlegern
 auch behauptet, die Brauereien hätten in der ersten Zeit
das Bier, welches sie selbst auf Flaschen zogen, stärker eingebraut,
als dasjenige, welches sie den Bierverlegern lieferten und diese so
ausser Stand gesetzt, hinsichtlich der Qualität überhaupt zu konkurrieren.
Der vom Standpunkt der Bierverleger an sich schon sehr anfechtbare
Kampf — insofern er nämlich von den Lieferanten gegen ihre eigenen
Kunden geführt wurde — bekäme dadurch einen allerdings sehr hässlichen
 Anstrich. Ob diese Behauptung richtig ist, lässt sich natürlich nicht
entscheiden. Jedenfalls ist es falsch, sie wie es seitens der Bierverleger
häufig geschieht, als alleinigen Grund für die Ueberlegenheit der Brauereien
anzusehen; diese Ueberlegenheit war schon durch die angeführten Gründe
hinlänglich gegeben. Thatsache ist denn auch, dass die ersten Versuche
einzelner Brauereien zu einem äusserst günstigen Ergebnis führten, und
nachdem diese ersten Versuche geglückt waren, folgten schnell die
anderen nach. Einige Brauereien wurden zur Einführung des Flaschenbiervertriebes
 direkt gezwungen, indem fortgesetzt Bestellungen auf
Flaschenbier bei ihnen einliefen, welche sie auf die Dauer nicht
zurückweisen konnten und wollten. Von den jetzt in Berlin bestehenden
29 bayrischen Brauereien sind es nur noch 6 (und zwar die kleineren),
welche auf den Vertrieb von Flaschenbier verzichten, die übrigen
haben ihn in immer weiter steigendem Maasse eingeführt und man
kann behaupten, dass die Versorgung Berlins mit Flaschenbier, soweit
das bayrische Bier in Betracht kommt, fast ganz in ihren Händen ruht.
In erster Linie haben sie die Privatkundschaft erobert. Es muss
betont werden, dass sie diesen Teil ihrer Kundschaft den Bierverlegern
nicht dadurch abnahmen, dass sie jene unterboten, denn sie lieferten
ebenso wie die Bierverleger nur 32 Flaschen für 3 Mark. Es war