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Berufseintragung für das Adressbuch durchaus nicht immer gleich
bleibende Angaben machen. Immerhin geben sie doch Illustrationen
zu der jeweiligen Lage des Berufszweiges. sie zeichnen die wechselnden
Konjunkturen ab, welche er durchgemacht hat. Welcher Gegensatz
zwischen der Bewegung der Zahlen von 1870—1885 und von da ab
bis 1900! In der ersten Periode ein nur selten durch kleine
Oscillationen unterbrochenes stetiges Aufsteigen, (1870: 108, 1875:
266, 1880: 319, 1885: 370), in jenem zweiten Abschnitt ein ewiges
Hin- und Herschwanken, Aufsteigen und Absteigen nebeneinander,
ohne dass eine bestimmte Tendenz sich herausarbeitete (1885: 370,
1890: 388, 1894: 322, 1895: 447, 1897: 528, 1900: 464). In jener
ersteren Zeit steigt die Zahl der Bierverleger um das Dreieinhalbfache (von
L08 auf 370), in der gleichen Zeit steigt aber auch der Konsum des Bieres
in Berlin um mehr als das Doppelte (von 1049 718 hl aut 2 308 414 hJ).
Dabei ist noch zu bemerken, dass der Bierbezug auf dem Wege der
Lieferung durch den Verleger gerade in dieser Zeit in immer mehr
steigendem Masse sich ausbildete, dass der Bierverleger vielfach an
solche Leute Bier lieferte, welche es früher vom Gastwirt bezogen,
oder allgemeiner ausgedrückt, dass das Bierlieferungsgeschäft den
„Verkauf über die Strasse“ zum Teil zurückzudrängen begann. Jede
Förderung des Lieferungsgeschäftes, mochte dieselbe sich nun auf das
bayrische oder Weissbier beziehen, kam aber dem Bierverleger zu
Gute, da das Lieferungsgeschäft noch fast völlig in ihren Händen
ruhte, wenn auch einzelne Brauereien bereits mit dem Vertrieb von
Flaschenbier begonnen hatten.*) So ist es erklärlich, dass die Verhältnisse
 für den Bierverlag äusserst günstig waren. Seine Entwicklung
 aus der Betriebsvereinigung zwischen Viktualien- und
Flaschenbierhandel hatte sich bereits gegen die Mitte der siebziger
Jahre vollständig durchgesetzt, und teilweise wohl unter einem Druck
der Bierverleger hörten die Brauereien überhaupt auf, den übrigen
Viktualienhändlern noch Bier in Fässern zu liefern, sodass diese behufs
Deckung ihres Bedarfs, ebenfalls an die Bierverleger gewiesen waren.
Wenn wir annehmen, dass damals ebenso wie heute ca. 30% des
ıntergährigen Bieres in der Form des Flaschenbieres konsumiert

*) Doch betrug sogar der Umsatz der Schultheiss-Brauerei 1885 erst
zegen 15 000 hl.