57T —

solches Geschäft von einer Viktualienhandlung („Grünkramkeller“) nur
dadurch, dass die langen senkrechten Tafeln, auf denen die Preise
der einzelnen Biersorten verzeichnet sind, darauf hinweisen, dass das
Bier in dieser Handlung als Verkaufsobjekt eine grössere Rolle spielt,
als in den übrigen Kellern dieses Charakters.
Was, das durchschnittliche Alter der heute bestehenden Bierhandlungen
 anbelangt, so stammte von den 46 Geschäften, welche
mir hierüber Auskunft erteilten, das älteste aus dem Jahre 1849, im
übrigen waren begründet worden:
in den Jahren 1860—1870 : 5
1870—1880 : 8
1880—1890 : 12
1890—1896 : 20
Aus diesen Zahlen geht zunächst hervor, dass eine grosse Anzahl
der früheren Geschäfte eingegangen sein muss, denn sonst wäre es
nicht zu erklären, dass aus der so günstigen Zeit 1860—1880 nur
eine geringe Anzahl von Bierverlagsgeschäften noch bestände. Manche
der Inhaber dieser Geschäfte haben vielleicht, nachdem sie in den
zuten Jahren genügend zurückgelegt hatten, ihr Geschäft aufgegeben
and die „Kundschaft“ an irgend einen anderen Bierverleger verkauft;
manche, welche früher neben dem Bierverlag noch eine Gastwirtschaft
betrieben, beschränken sich heute auf letztere. Die Thatsache, dass
die Mehrzahl der heute bestehenden Bierverlagsgeschäfte aus den
letzten Jahren stammen, ist für die Umwandlung in dem Charakter
des Bierverlages von grösster Bedeutung.

Personalverhältnisse im Bierverlag.

A. Thätigkeit des Geschäftsinhabers und seiner Familie.
Die Personalverhältnisse sind abhängig von der verschiedenen
Höhe und Ausbreitung des Umsatzes. Zunächst giebt sich dies
darin kund, dass in den Geschäften mit grösserem Umsatz der
Inhaber das Bier nicht mehr selbst ausfährt, sondern seine Thätigkeit
 auf die Aufsicht im Geschäft und den Verkehr mit den
Kunden und Lieferanten beschränkt. Zur Nlustrierung dieser
Thätigkeit ist. es nötig. sich von den Räumlichkeiten eines solchen