durch die Korkmaschine direkt in den Flaschenhals hineingepresst
wurden, worauf dann noch die Korke durch mehrere Bindfaden befestigt
 werden mussten, was sich nicht ohne Geschicklichkeit und Anstrengung
 ausführen liess. Auch der Transport dieser Kruken war
viel schwieriger als das heutige Fortbringen der Glasflaschen. Heute
geschieht dieses Fortbringen in Flaschenkästen, die genau abgemessene
Fächer für jede Flasche enthalten und so eingerichtet sind, dass sie
höchstens 30 kleine Flaschen enthalten, sodass der Kasten bequem
auf die Schulter genommen werden kann; damals hatte man grosse
geflochtene Körbe mit Holzeinsatz. Dass im übrigen eine übermässige
Ausnutzung der Arbeiter nicht damit entschuldigt werden kann, es sei
früher noch schlimmer gewesen, liegt auf der Hand. Es ist zu hoffen,
dass mit der Ausbreitung des Wohnens ausserhalb der Betriebsstätte
und des reinen Geldlohnes als Lohnform etwaige Uebelstände in dieser
Hinsicht — auf welche auch der „Vorwärts“ vor Jahren einmal hinwies —
verschwinden werden. Eine Organisation der Arbeiter zur Erzwingung
der Forderungen auf feste Arbeitszeit, Bezahlung ‚der Ueberstunden,
Wohnen ausser dem Hause, wie sie damals der „Vorwärts“ empfahl,
dürfte wohl auf erhebliche Schwierigkeiten stossen, die in dem Mangel
eines festen Zusammenhalts innerhalb dieser Schar ungelernter Arbeiter,
die bald hier bald dort ihre Dienste anbieten, begründet liegen.
Die Kutscher nehmen eine Sonderstellung ein. In den kleineren
Geschäften wird einer der Arbeiter als Kutscher angenommen — d.h.
soweit der Herr nicht selbst fährt —, der in seiner freien Zeit bei der
Kellerarbeit mit zu helfen hat. In den grösseren Geschäften hat der
Kutscher mit den Arbeiten im Keller nichts zu thun. Die Zahl der
verheirateten ist bei ihnen viel grösser als bei den Kellerarbeitern, und
deshalb erhalten sie meist nur Geldlohn, auch von solchen Bierverlegern,
 deren übrige Arbeiter in Kost und Wohnung stehen. Von
den 34 Bierverlegern, welche unter 46 überhaupt Arbeiter beschättigen,
befanden sich 26, die eigene Kutscher hatten, darunter 10 die je 2,
4 die je 3, und einer der 4 Kutscher beschäftigte, 10 fuhren selbst.
Von diesen 26 Betrieben zahlten 18 ihren Kutschern Geldlohn und nur
in 6 Fällen standen auch die Kutscher in Lohn und Kost. Der Lohn
war im Durchschnitt etwas höher, als derjenige, welchen die in Geld
entlohnten Arbeiter erhielten, nämlich 18—24 Mark pro Woche. In
7 Fällen wurde ausserdem pro 3 Mark ausgefahrenes Bier noch 10 Pfg.