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gehen müsse und dass für sie nur der Absatz von Weissbier übrig
bliebe. Aber auf diesem Gebiete waren, wie schon erwähnt, die
Aussichten auf Verdienst immer geringere geworden, weil namentlich
diejenigen‘ Bierverleger, welche vorher hauptsächlich bayrisches Bier
abgesetzt hatten, sich jetzt mit Nachdruck auf den Absatz von
Weissbier legten, durch Preisunterbietungen den übrigen Weissbierverlegern
 scharfe Konkurrenz machten und sie zwangen, auch ihrerseits
 mit den Preisen herunterzugehen. Unter diesen Umständen
musste der Gedanke einer Genossenschaftsbrauerei etwas Verführerisches
 haben, man bezog das Bier zum Produktionspreis und
konnte infolgedessen auch bei dem Rückgang der Preise in erfolgreicher
 Weise mit den übrigen konkurrieren. ‘Im Jahre 1890 wurde
die Genossenschaftsbrauerei unter dem Namen Berliner Brauhaus
E. G. m. u. H. gegründet. Man wählte die Form der unbeschränkten
Haftpflicht, um :möglicht leicht Kredit erhalten zu können. Fast
durchgängig waren es alte Firmen, welche der Brauerei beitraten;
der Hauptabsatz hatte bei ihnen von vornherein auf dem Weissbier
gelegen. Dem Umfange nach würden sie sämtlich zur Kategorie II
gehören. Man berechnete in den Voranschlägen, dass die Brauerei
schon existieren könne, wenn sie nur die Genossen zu Abnehmern
zähle. Weissbier und Braunbier sollte gebraut werden. Leider bewährte
 sich der theoretisch sehr gut ausgedachte Plan nicht in der
Praxis. Ueber den ersten Geschätftsjahren der Brauerei waltete ein
ungünstiger Stern, und das wurde ihr zum Verderben. Man hatte
sich nicht dazu entschliessen können, geaichte Gefässe anzuschaffen,
 und so kam es zwischen den „Genossen“ fortwährend zu
Eifersüchteleien, jeder hatte den anderen im Verdacht, das grösste
Gemäss zu erhalten und iühlte sich zurückgesetzt. Gleichzeitig
brachen Differenzen aus zwischen dem Geschäftsführer und den
Braumeistern, welche mehrmals wechselten; gleich im ersten Jahre
gingen auch mehrere der angekauften Pferde ein, und die Bilanz
schloss mit einem Verlust von ca. 9000 M. Auch in den nächsten
Jahren schloss das Gewinn- und Verlustkonto mit einer erheblichen
Unterbilanz, und zwar infolge der abnormen Steigerung der Getreidepreise,
 welche bekanntlich Anfang der neunziger Jahre eine aussergewöhnliche
 Höhe erreichten. Die Verluste wurden durch Umlagen
bei den Mitgliedern gedeckt, und wenn es sich auch um verhältnis-